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100 Jahre Domowina - Der Dachverband der Sorben und Wenden hat sein Jubiläum am Samstag mit einem Festakt in der Lausitzhalle im sächsischen Hoyerswerda gefeiert. Zu den Gästen der Veranstaltung zählten auch die Ministerpräsidenten von Sachsen und Brandenburg, Stanislaw Tillich (CDU) und Matthias Platzeck (SPD).
Das Programm wurde von rund 400 Mitwirkenden gestaltet, darunter das Sorbische National-Ensemble sowie Laienkünstler aus der Ober- und Niederlausitz. Sie brachten zwölf Bilder zur Geschichte der Domowina auf die Bühne. Die Festansprache hielt der langjährige Vorsitzende des Verbandes, Jan Nuck.
Tillich macht Zusagen für höhere Förderung
Tillich kündigte dabei an, dass die Sorben erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder mehr Geld für den Unterhalt ihrer kulturellen und wissenschaftlichen Einrichtungen erhalten. Er sprach von hoffnungsvollen Signalen, dass der Bund seine Zuwendungen zur "Stiftung für das sorbische Volk" im Jahr 2013 um 500.000 Euro anheben könnte.
Einem sächsischen Kabinettsbeschluss zufolge will auch der Freistaat Sachsen 375.000 Euro mehr zahlen als bisher. Platzeck gab bei der Festveranstaltung vor 800 geladenen Gästen zwar keine konkrete Zusage. Er sagte aber, auch sein Bundesland stehe zu seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Sorben, und zwar "nicht, weil wir müssen, sondern weil wir wollen".
Platzeck würdigt sorbischen Dachverband Domowina
Der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) gratulierte dem sorbischen Dachverband zum Jubiläum. In einer am Freitag veröffentlichten Videobotschaft sagte Platzeck, die Organisation sei das lebendige Zeugnis vom Willen der Sorben und Wenden, ihre nationale Identität zu bewahren. Die Domowina sei eine vitale Interessenvertreterin, die die Wechselbäder der Geschichte überstanden habe.
Auch die Linke in Brandenburg würdigte den sorbischen Verband. Die Anerkennung der Rechte nationaler Minderheiten sei auch in Deutschland nie eine Selbstverständlichkeit gewesen, erklärten der Landesvorsitzende Stefan Ludwig und der Fraktionsvorsitzende im Landtag, Christian Görke.
Verband hat derzeit rund 7.200 Mitglieder
Die Domowina ("Heimat") wurde am 13. Oktober 1912 in Hoyerswerda gegründet. Der Verband versteht sich als gemeinsame Interessenvertretung für die Erhaltung und Förderung der sorbischen Sprache und Kultur. Die Domowina vertritt aber auch die politischen Interessen der etwa 60.000 Sorben und Wenden in Südbrandenburg und Nordostsachsen. Der Verband hat derzeit rund 7.200 Mitglieder in 18 Regionalverbänden und -vereinen.
Neben dem Dachverband gibt es die Stiftung für das sorbische Volk, die jährlich vom Bund sowie den Ländern Sachsen und Brandenburg öffentliche Zuwendungen für Einrichtungen und Projekte erhält. 2012 liegt der Etat bei 17,1 Millionen Euro. Für die Sorben in der Niederlausitz ist das Wendische Haus in Cottbus das Kulturzentrum.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2012_10/platzeck_wuerdigt.html