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Homosexuelle Männer, die nach 1945 in beiden deutschen Staaten verurteilt wurden, sollen rehabilitiert werden. Das beschloss der Bundesrat am Freitag auf Initiative des Landes Berlin.
Es sei ein gutes Zeichen, dass die Berliner Initiative auf breite Zustimmung bei anderen Bundesländern gestoßen sei, sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Die Entscheidung zeige, "dass hier ein Bewusstseinswandel eingesetzt hat, der ganz Deutschland betrifft". Wowereit forderte die Bundesregierung auf, das Vorhaben rasch umzusetzen.
Auch Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) begrüßte die breite Unterstützung des Berliner Antrags durch viele Bundesländer. "Es muss endlich Licht in ein dunkles Kapitel unserer Geschichte gebracht werden", so Kolat. Politik und Öffentlichkeit setzten sich nun mit der "menschenverachtenden Strafverfolgung schwuler Männer in den 1950er und 1960er Jahren auseinander".
Der Bundestag hatte 2002 eine Rehabilitierung Homosexuelle beschlossen, die unter den Nazis verfolgt wurden. Für die nach 1945 in der Bundesrepublik und in der DDR wegen ihrer Homosexualität verurteilten Männer steht ein solcher Beschluss noch aus. Rund 50.000 Männer seien verurteilt worden, hieß es. Erst 1994 wurde der Paragraf endgültig gestrichen. Auch in der DDR stand Homosexualität zwischen Erwachsenen bis 1968 unter Strafe.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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