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Schriftzug 'Charité' an der Seite eines Krankenwagens (Quelle: dpa)

Kriminalität

Missbrauchsvorwürfe: Charité beginnt Aufarbeitung

Nach Missbrauchsvorwürfen und Informationspannen hat die Berliner Charité am Montag erstmals mit externen Experten beraten. Das Expertenteam will Kommunikationsfehler in der Klinik finden und Verbesserungsvorschläge machen.

Klinikchef Einhäupl habe die Gruppe um die frühere Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) über den Verdacht gegen einen Pfleger und die Auswirkungen auf den Betrieb informiert, teilte das Uni-Klinikum mit.

Dem Expertengremium gehören neben Zypries und dem Pflegeexperten Günther Brenzel der Kinderchirurg Sylvester von Bismarck, der ehemalige Hamburger Innensenator Udo Nagel, die Geschäftsführerin des Kinderschutzvereins "Innocence in Danger", Julia von Weiler, und die Leiterin der Beratungsstelle "Kind im Zentrum", Sigrid Richter-Unger, an.

Außerdem hat die Klinikleitung Wissenschaftssenatorin Scheeres wie verlangt einen Bericht übergeben. Details dazu wurden nicht genannt.

Unklar, wann Zypries-Bericht vorliegen wird

Die Ex-Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) (Bild: DPA)

"Krankenhäuser und Heime sind besonders gefährdet" 

Wie das Gremium um Zypries arbeiten wird, stand am Montag noch nicht fest. "Wir werden uns erst einmal als Gruppe finden müssen", sagte die SPD-Politikerin. Auch einen Zeitplan gebe es nicht: "Wir können nicht wissen, wie lange wir brauchen werden."

Günther Brenzel verwies darauf, dass ein Klima des Vertrauens innerhalb der Klinik und zwischen den Kollegen Grundlage für eine funktionierende Kommunikation sei. In einem Krankenhaus sei sexueller Missbrauch nicht unbedingt ungewöhnlich. In seiner langjährigen Arbeit als Pfleger in Tübingen habe er derartige Fälle erlebt.

Zypries: Missbrauch in Krankenhaus nicht ungewöhnlich

Auch Zypries hatte am Wochenende gesagt, dass Missbrauch in Kliniken nicht ungewöhnlich sei. "Krankenhäuser und Heime sind besonders gefährdet, da Menschen dort in der Abhängigkeit von anderen Menschen sind."

Dass Mitarbeiter einen solchen Verdacht nicht kommunizierten, sei "manchmal auch eine Frage der Einschätzung", sagte Zypries. "Es kommt immer darauf an, wie Kollegen manche Handlungen bewerten."

Stand vom 26.11.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 26.11.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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