Sie sind hier:
rbbonline | Nachrichten | Politik


Viele Orte in Berlin und Brandenburg standen am Sonntag im Zeichen der Erinnerung an die Opfer des Holocausts. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit betonte anlässlich des internationalen Gedenktages, man dürfe die Aufklärung über die Zeit des Nationalsozialismus nicht außer Acht lassen. Es sei eine Verpflichtung des demokratischen Staates, jungen Menschen diese Verbrechen vor Augen zu führen, betonte er.
Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) rief am Sonntag in Potsdam dazu auf, entschlossen gegen Rechtsextremismus Widerstand zu leisten. "Der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken, bleibt ein zeitloses und unumstößliches Gebot", sagte Platzeck.
Zwangsarbeiter und französische Häftlinge im Blickpunkt
In Brandenburg nahmen am Mittag Vertreter der Landesregierung an einer Feierstunde in der Gedenkstätte Sachsenhausen bei Oranienburg teil. Landtagspräsident Gunter Fritsch legte einen Kranz in dem ehemaligen Konzentrationslager nieder. Im Mittelpunkt des Gedenkens stand dort in diesem Jahr das Schicksal von etwas von mehr als 9.300 französischen KZ-Häftlingen, die von den Nazis verschleppt wurden. Laut Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten überlebten über 1100 von ihnen das Lager nicht.
In der KZ-Gedenkstätte Ravensbrück wurden in einer Lesung Fragmente von Erinnerungen ehemals inhaftierter Frauen vorgetragen. In Potsdam, Cottbus, Frankfurt an der Oder, Eberswalde und Brandenburg an der Havel fanden Kranzniederlegungen statt, einige an den Standorten früherer Synagogen.
In Berlin fand ein stilles Gedenken am Holocaust-Mahnmal sowie an der Gedenkstätte für die ermordeten Sinti und Roma statt. Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) traf sich am Berliner Tiergarten, im ehemaligen Flughafen Tempelhof wurde an Tausende Zwangsarbeiter erinnert, die in Berlin für die Rüstungsindustrie arbeiten mussten.
Offizielle Gedenkstunde des Bundestages am Mittwoch
Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Seit 1996 ist dieses Datum in Deutschland ein Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, proklamiert wurde er vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog. Seit 2006 wird der Holocaust-Gedenktag weltweit begangen.
Da dieses Datum in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, wurde die traditionelle Gedenkstunde des Deutschen Bundestags auf Mittwoch verschoben. Als Rednerin wird unter anderem die Autorin Inge Deutschkron erwartet. Vor dieser Veranstaltung eröffnet Klaus Wowereit gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Topographie des Terrors eine Ausstellung über die Radikalisierung der deutschen Hauptstadt 1933.
Der 80. Jahrestag der "Machtergreifung" durch die Nationalsozialisten ist zudem Anlass für das Berliner Themenjahr "Zerstörte Vielfalt“, das vom Deutschen Historischen Museum in Mitte mit einer Portalausstellung begleitet wird.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2013_01/gedenken_an_die_opfer.html