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Michael Hensel, der Landesvorsitzende der Piratenpartei Brandenburg, tritt mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück. Das gab die Partei heute auf ihrer Internetseite bekannt. Hensel hatte den Posten eineinhalb Jahre inne, erst im April 2012 war er mit 80 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden.
Beim Landesparteitag in Eberswalde hatte der 35-jährige Diplom-Informatiker noch gesagt, dass ihm die Arbeit an der Spitze der neuen Partei Spaß mache. "Dieser - dringend notwendige - Spaß ist allerdings in den letzten Monaten immer weiter abhanden gekommen und letztlich nahezu verloren gegangen", begründet Hensel nun seine Entscheidung. "Ich benötige Zeit für mich privat: die letzten Wochen haben gezeigt, was ich durch mein zeitlich intensives ehrenamtliches Engagement bei den Piraten vernachlässigt habe."
Er wolle sich zukünftig auf die inhaltliche und politische Arbeit in der Piratenpartei Brandenburg konzentrieren, "insbesondere in den Themenbereichen Transparenz, demokratische Teilhabe, Bürgerrechte und Datenschutz". Bei der Ausarbeitung des Bundeswahlprogrammes der Piraten hatte sich Hensel bereits für Verbote neuer Tagebaue und der Gasfördermethode "Fracking" ausgesprochen.
Ob Hensels Entscheidung mit den aktuellen Querelen um den politischen Geschäftsführer Johannes Ponader im Zusammenhang stehe, ließ die Erklärung offen. Die Piraten liefern sich derzeit eine giftige Debatte über Ponaders Führungsstil. Zuletzt lag die junge Partei in bundesweiten Umfragen bei rund vier Prozent. Hensel hatte sich für die anstehenden Wahlen dennoch positiv gezeigt. "Ich bin aber überzeugt, dass wir den Einzug in den Bundestag schaffen."
Hensel ist seit Juli 2009 Mitglied der Piratenpartei Deutschland. Von Oktober 2009 bis November 2011 war er Vorsitzender des Kreisverbandes Brandenburg an der Havel. Am 20. August 2011 wurde er erstmals zum Vorsitzenden des Landesverbandes Brandenburg gewählt. Seine Nachfolge tritt nun die bisher 2. Vorsitzende Clara Jongen an.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg