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Eine Expertengruppe um die frühere Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat der Charité im Umgang mit einem Missbrauchsvorwurf gegen einen Pfleger richtiges Handeln bescheinigt.
Der Fall sei nach Auffassung der Kommission sachgerecht behandelt worden, heißt es in dem Abschlussbericht, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Auch dass gegen den Pfleger nicht sofort eine Anzeige erstattet wurde, sei nicht zu kritisieren.
Die Kommissionsvorsitzende Zypries begründete diese Bewertung gegenüber dem rbb. Eine Anzeige bedeute automatisch auch Öffentlichkeit. Wenn sich der Vorwurf dann als falsch herausstelle, sei das Leben des Beschuldigten und seiner Familie dennoch ruiniert. Deshalb sei es richtig, erst zu klären, was passiert sei, dann über eine Suspendierung zu entscheiden und erst zum Schluss Anzeige zu erstatten, wenn dies angebracht sei, so die ehemalige Bundesjustizministerin.
System zur anonymen Meldung von Verdachtsfällen vorgeschlagen
Das Gremium hatte im November 2012 seine Arbeit aufgenommen. Nach den Vorwürfen gegen einen Pfleger, der im Herbst 2012 eine Jugendliche missbraucht haben soll, hatte es unklare Informationen gegeben. Die Expertenkommission sollte vor allem Kommunikationsfehler der Universitätsklinik finden und Empfehlungen erarbeiten.
Im Abschlussbericht sprach sich die Kommission für eine Reihe von Maßnahmen aus. So solle geprüft werden, ob die Charité eine sogenannte Whistleblower-Software nutzen könne, über die Mitarbeiter jederzeit anonym verdächtige Vorfälle melden könnten.
Außerdem schlägt das Gremium vor, ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis für Mitarbeiter anzufordern, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Für die Einführung eines solchen Zeugnisses hatte sich im vergangenen Jahr bereits der Chef der Charité, Karl Max Einhäupl, ausgesprochen.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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