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Ernüchterung für Britta Steffen: Am ersten Tag der olympischen Schwimm-Wettkämpfe in London ist der Traum der Berlinerin von einer Medaille mit der Freistilstaffel geplatzt. Die Doppel-Olympiasiegerin von Peking schied am Samstag mit ihren Teamkolleginnen Silke Lippok, Lisa Vitting und Daniela Schreiber überraschend bereits im Vorlauf der 4x100-Meter-Freistilstaffel aus.
Die Zeit des deutschen Quartetts von 3:39,16 Minuten reichte nur für Platz neun. Startschwimmerin Steffen schlug nach 54,43 noch als Zweite an, am Ende fehlte den vier Schwimmerinnen fast eine Sekunde für den Endlauf.
Zuvor war bereits Steffens Lebensgefährte Paul Biedermann (Halle/Saale) im Vorlauf über 400 Meter Freistil ausgeschieden, nachdem er in indiskutablen 3:48,50 Minuten als Vorlauf-Zwölfter angeschlagen und das Finale am Samstagabend damit deutlich verpasst hatte.
Gescheitert ist auch der Potsdamer Yannick Lebherz, der über 400 m Lagen mehr als eine Sekunde über seinem deutschen Rekord blieb.
Deutschland-Achter wird Favoritenrolle gerecht
Erfolgreich hat dagegen der Deutschland-Achter die "Mission Gold" in Angriff genommen: Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) zog mit einem Vorlaufsieg vor Vize-Weltmeister Großbritannien und den Niederlanden auf dem Dorney Lake direkt ins Finale ein. Für die seit 1446 Tagen auf der 2000-m-Strecke ungeschlagene Crew mit den Berlinern Andreas Kuffner und Martin Sauer war es der 35. Erfolg in Serie.
Der Deutschland-Achter will im Endlauf am Mittwoch das erste olympische Gold für ein deutsches Großboot seit 24 Jahren holen.
Erfolgreicher Auftakt für Berliner Beachvolleyballer
Im Beachvolleyball haben Julius Brink und Jonas Reckermann aus Berlin am Samstag ihr erstes Gruppenspiel beim olympischen Turnier gewonnen. Die Medaillenkandidaten setzten sich am Samstag gegen das russische Duo Konstantin Semenow und Sergej Prokopjew in zwei Sätzen mit 21:19, 21:17 durch.
Einen Start nach Maß erwischten bei den Damen auch die Berlinerinnen Katrin Holtwick und Ilka Semmler. Das Duo bezwang Hana Klapalova und Lenka Hajeckova aus Tschechien mit 21:16, 21:18.
Kerber und Lisicki im Doppel mühsam weiter
Angelique Kerber (Kiel) und Sabine Lisicki (Berlin) konnten das Aus im Doppel gerade noch abwenden.
Die beiden derzeit besten deutschen Rasenspielerinnen, im All England Club an Position fünf gesetzt, gewannen nach großen Anlaufschwierigkeiten gegen die britischen Publikumslieblinge Heather Watson/Laura Robson 1:6, 6:4, 6:3.
Kerber und Lisicki treffen nun auf die Wimbledonsiegerinnen und zweifachen Doppel-Olympiasiegerinnen Serena und Venus Williams (USA) oder Sorana Cirstea und Simona Halep (Rumänien).
Turnen: Philipp Boy erneut verletzt
Der Cottbuser Vizeweltmeister Philipp Boy ist bei seinem Start in London nach langer Verletzungspause offenbar doch nicht rechtzeitig fit geworden. Der Lausitzer Turner patzte beim Sprung und am Reck und verletzte sich erneut. Mit 87,698 Punkten verfehlte er sogar das Mehrkampf-Finale, weil Marcel Nguyen mit 89,833 Punkten auf Platz sechs weit vor ihm rangierte und nur maximal zwei Deutsche in den Endkampf einziehen dürfen. Ob Boy am Team-Finale, für das sich die Deutschen qualifiziert haben, teilnehmen kann, ist ungewiss.
Rad: Martin gibt auf - Gold für Winokurow
Keine deutschen Medaillen gab es im olympischen Straßenradrennen. Zeitfahrweltmeister Tony Martin gab vorzeitig auf. Der 27-jährige Cottbuser, der bei der Tour de France einen Kahnbeinbruch erlitten hatte, stieg am Samstag rund 70 Kilometer vor dem Ziel vom Rad. Martin, der lange Führungsarbeit für Andre Greipel geleistet hatte, sparte damit Kräfte für das olympische Zeitfahren am Mittwoch. Greipel wurde am Ende 27., Gold ging an den Kasachen Alexander Winokurow. Der 38-Jährige setzte sich nach 250 km aus einer rund 20-köpfigen Ausreißergruppe vor dem Kolumbianer Rigoberto Uran durch. Bronze sicherte sich Alexander Kristoff aus Norwegen.
Auftaktsieg für Juliane Schenk
Auf den Badminton-Plätzen hat Vize-Europameisterin Juliane Schenk ihr Auftaktspiel gewonnen. Die Berlinerin
bezwang am Samstagabend die Tschechin Kristina Gavnholt mit 21:18, 21:14. Die Weltranglistensechste spielt nun am Montag gegen Larisa Griga aus der Ukraine um den Gruppensieg und damit um den Einzug ins Achtelfinale. Bei den Olympischen Spielen 2004 und 2008 war Schenk jeweils in der ersten Runde ausgeschieden.
Schießen: Florian Schmidt scheitert
Enttäuschend verlief der erste Wettkampftag für Florian Schmidt: Der Sportschütze aus Frankfurt (Oder) hat auch bei seiner zweiten Olympia-Teilnahme deutlich das Finale der besten Acht verpasst. Der 26-Jährige kam mit der Luftpistole auf 575 Ringe und belegte damit in der Qualifikation den 25. Platz.
Wieder Tausende auf Olympia-Fanmeile
In Berlin verfolgten erneut mehrere tausend Sportbegeisterte die olympischen Wettkämpfe beim Public Viewing auf dem Tempelhofer Feld. Bereits zur Eröffnung hatten sich am Freitagabend 4000 Menschen auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof eingefunden.
Auf Deutschlands einziger Olympia-Fanmeile werden die Wettkämpfe täglich von 10.00 bis 22.00 Uhr auf einer 80 Quadratmeter großen Leinwand übertragen.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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