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Radprofi Tony Martin hat seinen Weltmeistertitel im Zeitfahren verteidigt.
In der niederländischen Provinz Limburg gewann der 27 Jahre alte Olympiazweite aus Cottbus am Mittwoch mit 5,37 Sekunden Vorsprung vor Taylor Phinney (USA). Dritter wurde Vasily Kirijenka aus Weißrussland.
Nachdem Tour-de-France-Sieger Bradley Wiggins und der viermalige Weltmeister Fabian Cancellara (Schweiz) ihren Start abgesagt hatten, war Martin als Top-Favorit in das 46,3 km lange Rennen von Heerlen nach Valkenburg gegangen.
"Diese Woche war eine der schönsten meiner Karriere", sagte Martin nach dem Rennen. "Die Öffentlichkeit hat gedacht, ich muss mir den Titel nur noch abholen, weil Wiggins und Cancellara fehlten. Aber das war ein verdammt hartes Stück Arbeit", meinte der glückliche Weltmeister und strahlte: "Heute war das richtige Happy End für diese Saison."
Contador erschreckend schwach
Bei der ersten Zeitmessung nach 14,3 km lag Martin noch vier Sekunden hinter Phinney. Schon bei der zweiten Zwischenmessung hatte er sich jedoch bereits einen Vorsprung von rund 14 Sekunden auf Phinney erarbeitet und flog wenig später nach 31 km am mitfavorisierten Vuelta-Sieger Alberto Contador (Spanien) vorbei, der eine erschreckend schwache Leistung zeigte.
In das entscheidene Teilstück der letzten 8 km mit den Anstiegen Bundersberg und Cauberg ging Martin nur noch mit 8 Sekunden Vorsprung. Nach 46,3 km und 58:38 Minuten fuhr Martin über die Ziellinie - gerade einmal fünf Sekunden Vorsprung hatte er gerettet.
Versöhnliches Ende eines Seuchenjahrs
Martin entschädigte sich mit seinem Triumph auch für ein regelrechtes Seuchenjahr. Im April war er unweit seines Schweizer Wohnortes Kreuzlingen mit einem Fahrzeug kollidiert und hatte dabei schwere Gesichtsverletzungen erlitten.
Bei der Tour de France hinderte ihn ein Defekt beim Prolog in Lüttich von der ersehnten Fahrt ins Gelbe Trikot, später folgte ein Crash, bei dem ihm das Kahnbein an der linken Hand brach.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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