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Der Fall Claudia Pechstein geht aller Voraussicht in die nächste Runde. Die fünffache Eischnelllauf-Olympiasiegerin, die wegen eines vermeintlichen Doping-Vergehens von 2009 bis 2011 gesperrt war, will am 31. Dezember beim Landgericht München eine Schadensersatz-Klage gegen den Weltverband, die International Skating Union (ISU), einreichen. Das berichtet die "Berliner Morgenpost" in ihrer Samstagsausgabe.
Pechsteins Manager Ralf Grengel hat den Bericht bereits am Freitag bestätigt. Wie er sagte, soll auch die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) verklagt werden, weil sie die Sperre des Weltverbandes in Deutschland durchgesetzt hat.
Vertreten wird die 40-Jährige von Rechtsanwalt Thomas Summerer, der bereits Leichtathletin Katrin Krabbe zu einer Entschädigung von 1,5 Millionen Mark verholfen hatte. Bei Pechstein stehe sogar eine noch höhere Zahlung im Raum. Die Summe sei siebenstellig, sagte Summerer.
"Die Erfolgsaussichten sind so gut wie bei Krabbe, ich bin zuversichtlich. Beide Fälle haben große Ähnlichkeit miteinander. Es geht um grobe Fehler eines internationalen Sportverbandes und um Grundrechte, die verletzt worden sind", sagte Summerer.
Fünffache Olympiasiegerin ist von ihrer Unschuld überzeugt
Pechstein, Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin, war von der ISU wegen Indizien, die auf Blutdoping hindeuteten, für zwei Jahre gesperrt worden. Pechstein wehrte sich und bestand darauf, dass ihre erhöhten Werte durch eine angeborene Anomalie verursacht würden. Es folgte ein langes juristisches Tauziehen, doch obwohl Zweifel an ihrer Schuld bestanden, blieb Pechstein weiter gesperrt. Erst im Februar 2011 konnte sie ihr Comeback feiern und hat seitdem wieder internationale Erfolge, vor allem im Weltcup, gefeiert.
Eine Schadensersatz-Zahlung würde Pechstein mehr als gelegen kommen. Nach dem Wegfall der Sportförderung leidet Pechstein unter finanziellen Schierigkeiten. "Das sind nicht nur finanzielle Engpässe, das sind schon echte Probleme. Seit 19 Monaten bekomme ich als Polizistin kein Gehalt mehr und muss auch meine Krankenkasse selbst bezahlen", hatte Pechstein dem Sportinformationsdienst im November gesagt.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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