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Rettungskräfte stehen am 26.10.2010 am verunglückten Reisebus (Bild: dpa)

Rückblick

Chronologie der Ereignisse

Bald zwei Jahre liegt der Busunfall auf der A10 nahe Schönefeld zurück. Die wichtigsten Daten:

 * 26. September 2010: Bei der Rückfahrt aus einem Spanien-Urlaub prallt ein polnischer Reisebus mit 48 Insassen bei Schönefeld gegen einen Brückenpfeiler. 13 Menschen sterben, Dutzende werden verletzt. In dem Bus saßen Mitarbeiter des Forstamtes in Zlocieniec (Falkenburg) und ihre Familien. fast 300 Rettungskräfte und Notfallseelsorger sind an der Unfallstelle. Polens Regierungschef Donald Tusk kommt nach Brandenburg und besucht gemeinsam mit Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) Verletzte in einer Berliner Klinik. Deutsche und polnische Polizisten ermitteln gemeinsam.

* 27. September 2010: Es treffen 120 Angehörige aus Polen ein, um etwas über das Schicksal ihrer Verwandten zu erfahren. Viele Polen sind so schwer verletzt, dass ihre Identifizierung schwer ist. Manche kämpfen um ihr Leben. Sieben Menschen können dagegen bereits die Klinik verlassen. Von den 13 Todesopfern sind einen Tag nach dem Unglück erst von sechs die Namen bekannt.

* 29. September 2010: Drei Tage nach dem Unfall sind alle 13 Toten laut Potsdamer Staatsanwaltschaft identifiziert. Kollegen der Verunglückten waren aus Polen angereist, um die Identifizierung zu beschleunigen.

* 1. Oktober 2010: Das brandenburgische Innenministerium gibt bekannt, dass die Leichen der 13 Toten nach Polen überführt worden sind.

* 6. Oktober 2010:  Eine 35 Jahre alte Frau stirbt zehn Tage nach dem Unfall an ihren schweren Kopfverletzungen erlegen. Damit liegt die Zahl der Todesopfer bei 14.

* 14. Januar 2011: Die Staatsanwaltschaft Potsdam gibt bekannt, dass sie Anklage erhoben hat gegen eine Autofahrerin aus Berlin. Der Frau wird fahrlässige Tötung in 14 Fällen vorgeworfen. 35 Menschen wurden zudem verletzt. Laut Gutachten eines Sachverständigen hat die Frau einen Fahrfehler begangen und den Bus dadurch aus der Spur gebracht.

* 25. September 2011: Einen Tag vor dem ersten Jahrestag des Unglücks gedenken Polen und Deutsche in Zlocieniec (Falkenburg) gemeinsam der Opfer.

* 16. März 2012: Das Landgericht Potsdam gibt bekannt, dass der Prozess gegen die Autofahrerin am 4. Mai beginnen soll.

* 4. Mai 2012: Prozessbeginn in Potsam. Die 38-jährige Angeklagte gibt an, sich nicht an den Unfallhergang erinnern zu können.

* 8. Mai 2012: Die Verteidigung macht deutlich, dass sie einen Fahrfehler der Angeklagten bezweifelt. Sie verweist stattdessen auf die Beschaffenheit der Fahrbahn oder möglicherweise eine Ölspur auf der Autobahn.

* 11. Mai 2012: Gutachter werden gehört, ein Experte geht von überhöhter Geschwindigkeit aus, kann dies aber nicht belegen.

* 25. Mai 2012: Tag der Plädoyers im Prozess: Die Staatsanwaltschaft fordert für die Angeklagte ein Jahr und neun Monate Haft auf Bewährung. Verteidiger Karsten Hoenig bat die Richter, im Zweifel im Zweifel für die Angeklagte zu entscheiden. Nach seiner Auffassung hat die Beweisaufnahme nicht ausreichend darstellen können, wie es zu dem Unfall gekommen ist.

* 1. Juni 2012: Urteilsverkündung vor dem Potsdamer Landgericht 

(Quelle: dpa)

Stand vom 01.06.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 01.06.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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