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20 Monate nach dem Busunglück mit 14 Toten auf der A10 am Schönefelder Kreuz ist die Unfall-Verursacherin zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Potsdam verhängte am Freitag wegen fahrlässiger Tötung eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Die Richterin sagte in der Begründung, zwei übereinstimmende Gutachten hätten die Unfallursachen überhöhte Geschwindigkeit und falsches Fahrverhalten klar belegt. Die Frau sei am 26. September 2010 zu schnell auf die Autobahn gefahren und so in die Spur des polnischen Reisebusses geraten.
Busfahrer trifft keine Mitschuld
Der mit insgesamt 50 Menschen besetzte Bus musste der Autofahrerin ausweichen und prallte mit 80 km/h gegen einen Brückenpfeiler. In dem Reisebus saßen Mitarbeiter des Forstamtes im nordwestpolnischen Zlocieniec. Sie befanden sich nach einer Spanien-Reise auf dem Rückweg in ihre Heimat.
Der Busfahrer habe keine Reaktions-Zeit gehabt, ihn treffe keine Mitschuld, so die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Für die Angeklagte habe gesprochen, dass sie weder vorbestaft noch alkoholisiert gewesen sei. Zudem habe die Frau selber Verletzungen erlitten.
Unglücksfahrerin konnte keine Aussage machen
Die Angeklagte erklärte zum Prozessauftakt, sie könne sich an den Unfallhergang nicht erinnern. Nach Angaben ihres Anwalts ist sie bis heute in medizinisch-psychologischer Behandlung.
Vertreter der Nebenklage hatten ihr vorgeworfen, während des Verfahrens keine Reue gezeigt zu haben. Der polnische Busfahrer machte der Frau in der Verhandlung keine Vorwürfe: "Für mich ist es wichtig, den Prozess so zu Ende zu bringen, dass wir alle zu einem normalen Leben zurückkehren können", sagte er.
Verteidigung: Im Zweifel für die Angeklagte
Der Anwalt der früheren Angestellten des Polizeipräsidiums Berlin hatte in seinem Plädoyer erklärte, dass der Unglücksort an der A10 ein Unfallschwerpunkt sei. Die Beweisaufnahme habe zudem keine eindeutigen Ergebnisse ergeben. Eine Ölspur konnte nicht nachgewiesen werden, auch Mängel an der Fahrbahn nicht. Es lagen in dem Prozess aber auch keine Belege vor, wie schnell die Frau tatsächlich gefahren sei.
Großeinsatz für die Rettungskräfte
Bei dem Unfall waren fast 300 Rettungskräfte im Einsatz. Sechs Hubschrauber brachten die Verletzten in Krankenhäuser in Berlin und Brandenburg. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sprach von einem der schlimmsten Unglücke in der Geschichte seines Bundeslandes. Auch die polnische Regierung reagierte betroffen auf die Nachricht von dem Unfall. Ministerpräsident Donald Tusk kam noch am Unglückstag, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen und Verletzte in Krankenhäusern zu besuchen.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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