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Zwei Tage nach seiner Flucht aus dem offenen Vollzug ist ein Strafgefangener aus Wriezen wieder hinter Gittern. Der 21-Jährige wurde nach Angaben des Justizministeriums am Mittwochnachmittag in einer leerstehenden Wohnung in Frankfurt (Oder) gefasst. Er war am Montag aus einem geöffneten Fenster entkommen, als er gerade wieder in den geschlossenen Vollzug gebracht werden sollte.
Der Mann war im April 2008 wegen Mordes und Körperverletzung zu einer achtjährigen Jugendstrafe verurteilt worden. Er hatte zusammen mit einem Bekannten einen Obdachlosen in einem Park in Frankfurt (Oder) getötet. Der 21-Jährige sollte jedoch bereits im kommenden Jahr entlassen werden, weil er eine sehr gute Sozialprognose hatte. Deshalb waren ihm auch Hafterleichterungen und der offene Vollzug gewährt worden.
CDU kritisiert geplante Lockerungen im Vollzug
Angesichts der Flucht wurde Kritik am Strafvollzug laut. "Die Erweiterung des offenen Vollzugs in Brandenburg muss sofort gestoppt werden", sagte Danny Eichelbaum von der oppositionellen CDU-Fraktion. Mehr offener Vollzug bedeute mehr Gefängnisausbrüche. Die Politik von Justizminister Volkmar Schöneburg (Linke) gefährde die Sicherheit der Bevölkerung.
Schöneburg hatte Ende vergangener Woche einen umstrittenen Referentenentwurf für das neue Justizvollzugsgesetz vorgestellt. Dieser sieht zahlreiche Lockerungen vor, zum Beispiel längere Besuchszeiten, mehr Freigänge und eine Erweiterung des offenen Vollzugs. Daran hält er auch trotz des jüngsten Vorfalls weiter fest.
"Wollen wir die Rückfallgefahr mindern, müssen wir Straftätern soziale Hilfsangebote geben und die Wiedereingliederung nach der Haftentlassung erleichtern", sagte Schöneburg am Mittwoch. Zudem werde ein Unterschied gamcht zwischen einer "tickenden Zeitbombe" und einem Gerfangenen, der in der Haft an Sozialkompetenz gewonnen habe.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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