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Zehn Jahre nach dem Jahrhundert-Hochwasser an der Elbe hat Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) an die Deich-Verteidigung im südbrandenburgischen Mühlberg erinnert. Zusammen mit Bürgermeisterin Hannelore Brendel (parteilos) besichtigte der Regierungschef am Freitag den neu sanierten Hafen der Stadt. Dort sind auf einer Länge von 700 Metern die Spundwände erneuert und die Deichmauer um einen Meter erhöht worden. Der Hafen wird am Samstag offiziell eröffnet.
Die Flutwelle erreichte am 17. August 2002 mit knapp zehn Metern ihren Höhepunkt. Die Stadt musste komplett evakuiert werden. Im tagelangen Einsatz gelang es Einwohnern und tausenden Helfern, den durchnässten Deich gegen die Wassermassen zu halten, was bis heute als "Wunder von Mühlberg" gilt. Als Konsequenz aus der damaligen Beinah-Katastrophe hat Brandenburg viel Geld in den Hochwasserschutz investiert: allein im Raum Mühlberg sind es bislang rund 15 Millionen Euro, bis zum Abschluss der Baumaßnahmen im Jahr 2020 sollen weitere 40 Millionen Euro hinzukommen.
"Noch nie wurde für den Hochwasserschutz so viel Geld in die Hand genommen wie in den vergangenen Jahren", sagte Platzeck. "Viele Deiche wurden auf den neuesten technischen Stand gebracht." Jetzt gehe es verstärkt auch darum, den Flüssen wieder mehr Raum zu geben.
Ministerium: Gefährdete Deiche größtenteils saniert
Von den reparaturbedürftigen 76 Kilometer Elbe-Deichen sind zehn Jahre nach der Jahrhundertflut die meisten saniert, teilte das Potsdamer Umweltministerium am Donnerstag mit. Bei Mühlberg seien es 3,2 von den 21,6 Kilometern gefährdeter Deiche. Bis 2020 sollen in dem Abschnitt 90 Hektar neue Überflutungsflächen durch Rückverlegung der Deiche und 150 Hektar neue Flutungspolder geschaffen werden. In der Prignitz seien 70 Kilometer Deiche saniert - 92 Millionen Euro wurden dafür ausgegeben.
Nach Angaben des Präsidents des Landesumweltamtes, Matthias Schade, muss aber weiterhin ein großer Teil der 1522 Kilometer Deiche und Dämme saniert werden. Seit der Wende habe das Land 250 Kilometer vor allem an Elbe und Oder für 300 Millionen Euro saniert oder neugebaut. Künftig konzentrieren sich die Arbeiten stärker auf kleinere Flüsse wie Neiße, Schwarze Elster oder Spree.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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