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Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) hat am Donnerstag die Familie des 20-jährigen Todesopfers vom Alexanderplatz besucht und sein Beileid bekundet.
Er versicherte dabei den Angehörigen, dass die Polizei alles tun werde, um das Verbrechen aufzuklären. Die Polizei fahndet unterdessen weiter mit Hochdruck nach den Tätern, die den jungen Mann auf dem Alexanderplatz zu Tode geprügelt hatten. Bisher gingen 28 Hinweise aus der Bevölkerung ein. Eine erfolgversprechende Spur gibt es laut Polizei jedoch nicht.
Todesursache: Blutungen im Gehirn
Die Täter hatten in der Nacht zum Sonntag den Mann bewusstlos geprügelt und ihm gegen den Kopf getreten. Das Opfer war am Montag im Krankenhaus gestorben. Als Todesursache werden nach einer Obduktion Blutungen im Gehirn vermutet.
Am Oberstufenzentrum Handel II in Marzahn, an dem der junge Mann Medienberichten zufolge das Fachabitur ablegen wollte, wurde am Donnerstagvormittag ein Gedenkappell abgehalten. Zuvor war dort bereits eine Trauerecke mit einem Kondolenzbuch eingerichtet worden, in das sich nach Angaben der Schule bereits viele Schüler und Lehrer eingetragen haben.
Marienkirche wehrt sich gegen rassistische Kommentare
Unterdessen wehrt sich die in der Nähe des Tatorts tätige Marien-Gemeinde gegen verbale Angriffe. In der Kirche war am Dienstag ein Kondolenzbuch für die Familie des Verstorbenen ausgelegt worden.
Neben rund 60 Kommentaren, in denen Trauer und Unverständnis über die Tat zum Ausdruck gebracht wurden, fanden sich auch vier rassistische Äußerungen, die sich wohl gegen die Täter richteten. Die Gemeinde teilte mit, sie weise nun darauf hin, dass solche politischen Kommentare unerwünscht seien.
Kriminologe: Eindruck einer Zunahme der Gewalt stimmt so nicht
Der Kriminologe Christian Pfeiffer erklärte in Reaktion auf die öffentliche Empörung und die Forderung nach sichernden Maßnahmen, dass dieser Eindruck, die Gesellschaft werde immer brutaler, so nicht stimme. Vielmehr sei das Gegenteil richtig, sagte der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen am Donnerstag.
Seit Jahren gebe es in allen Bereichen "einen beachtlichen Rückgang schwerster Gewalt“, betonte Pfeiffer. Die Zahl der vollendeten Morde sei in den zurückliegenden 15 Jahren um 40 Prozent gesunken, sagte Pfeiffer. Auch die Fälle von brutaler Körperverletzung an Schulen seien seit 1997 um mehr als die Hälfte zurückgegangen.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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