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An der Berliner Charité ist das erste der sechs an Darmkeimen erkrankten Babys nach Hause entlassen worden. Alle weiteren Kinder seien stabil, teilte das Uniklinikum am Samstag mit.
Ein Frühchen, das am Freitag am Herzen operiert wurde, habe die Nacht gut überstanden. Das Kind, das bei der Geburt unter 1000 Gramm wog, hatte einen schweren angeborenen Herzfehler.
"Es wurde vor der Operation noch einmal verstärkt mit Antibiotika behandelt", sagte die Sprecherin. Auch die Leiterin des Gesundheitsamtes Mitte, Elvers-Schreiber, versicherte am Freitagabend: "Die Maßnahmen greifen. Es gibt keine neuen Erkrankungen, keine neuen Besiedlungen durch Serratien."
Kritik an Informationspolitik der Charité
Am 5. Oktober war ein Säugling im Herzzentrum der Charité gestorben. Am Donnerstag wurde jedoch bekannt, dass auch dort Darmkeim-Infektionen ausgebrochen waren. Charité-Chef Karl Max Einhäupl hatte erklärt, dass die Ursache für den Tod des Babys nicht Darmkeime gewesen seien. Das Kind habe zwar eine Serratien-Infektion gehabt, sei aber nicht daran gestorben.
Das Frühchen wurde nach einer Behandlung am Campus Virchow-Klinikum der Charité im benachbarten Deutschen Herzzentrum operiert. In diesem Zusammenhang gibt es auch heftige Kritik an der Kommunikation der Ereignisse durch die Charite.
Mittlerweile drohen dem Deutschen Herzzentrum und der Charité Konsequenzen, weil sie die Infektionen zu spät gemeldet hätten. "Das ist ein Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz", sagte die Leiterin des zuständigen Gesundheitsamtes Berlin-Mitte, Elvers-Schreiber, am Freitag. Bezirksbürgermeister Hanke (SPD) kündigte Bußgelder gegen beide Kliniken an.
Klinik-Chef Einhäupl wies die Vorwürfe zurück, das Uniklinikum habe die Gesundheitsbehörden zu spät informiert. "Da wurde nichts vertuscht", sagte Einhäupl. Nach seiner Kenntnis seien die Fälle nicht verspätet gemeldet worden.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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