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Ein Rettungswagen der Feuerwehr mit Blaulicht im Einsatz in Berlin (Bild: dpa-Bildfunk)

Kriminalität

Ermittlungen nach Polizeieinsatz im Wedding

Nach der tätlichen Auseinandersetzung zwischen einem bewaffneten Mann und der Polizei im Berliner Stadtteil Wedding wird nun gegen beide Seiten ermittelt. Gegen den niedergeschossenen 50-Jährigen wegen Bedrohung, gegen die Beamten wegen versuchten Totschlags, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag sagte.

Der Mann war am Samstag mit zwei Messern und einer Axt bewaffnet durch die Antwerpener Straße in Wedding gelaufen. Polizisten überwältigten ihn schließlich mit Schüssen und Tritten. Inzwischen ist der 50-Jährige nach einer Notoperation außer Lebensgefahr.

Der Einsatz steht wegen des rüden Vorgehens der Beamten in der Kritik. Ein von einem Zeugen aufgenommenes und im Internet veröffentlichtes Video zeigt, wie die Beamten dem Mann in den Oberschenkel schießen, ihn mit Pfefferspray besprühen, in den Nacken treten und einen Diensthund auf ihn loslassen. Zuvor hatten die Polizisten den 50-Jährigen mehrfach aufgefordert, seine Waffen niederzulegen.

Laut Staatsanwaltschaft schweigen die Polizisten zu den Vorgängen. Der schwer verletzte Mann konnte bislang nicht befragt werden, weil er nach der Operation - unter anderem wegen eines Bauchschusses - noch nicht ansprechbar war, wie ein Polizeisprecher sagte.

Bei Schüssen von Beamten untersucht immer eine Mordkommission den Fall. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Erneuter Zwischenfall am Alexanderplatz

Auch in anderen Berliner Stadtteilen ist es in den vergangenen Tagen zu brutalen Vorfällen gekommen.

In der Nacht zum Montag griffen zwei Männer am Alexanderplatz einen 40-Jahre alten Mann an und traten auf ihn ein. Laut Polizei schritten Zeugen ein und vertrieben die Täter. Ein Montiv für die Tat sei bisher nicht bekannt. Die beiden Männer wurden später von einer Zeugin in einer Straßenbahn wiedererkannt und von der Polizei festgenommen.

Bereits am Sonntag war ein 23-jähriger Mann am Alexanderplatz mit einer Schussverletzung aufgefunden worden. Er ist nach einer Notoperation mittlerweile wieder ansprechbar und konnte zu dem Vorfall befragt werden.

Polizei bittet um Mithilfe

Am Samstagmorgen war in Berlin-Schöneberg ein 22-Jähriger von einem Mann niedergeschossen worden. Gegen 5.15 Uhr hatte der Täter dem jungen Mann an der Ecke Hohenstaufenstraße/Goltzstraße in den Bauch geschossen. Zuvor hatte der Schütze nach dem Weg zur Grunewaldstraße gefragt.

Die Polizei sucht nach Zeugen für die Tat. Der Gesuchte ist laut Zeugen 30 bis 35 Jahre alt und etwa 1,70 Meter groß. Er hatte eine normale Statur und trug kurzes, blondes Haar.

Insbesondere von einem Taxifahrer, der kurz zuvor am Tatort angehalten worden war, erhoffen sich die Beamten neue Erkenntnisse. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer (030) 4664 911 701 entgegen.

Stand vom 08.10.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 08.10.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Mehr Infos

Krankenwagen vor Notaufnahme (Bild: dpa)

Meldung vom 06.10.2012

22-Jähriger in Berlin-Schöneberg niedergeschossen

Gleich zwei brutale Übergriffe ereigneten sich in der Nacht zu Samstag in Berlin. In Schöneberg wurde ein 22-Jähriger niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt. An der Osloer Straße wurde ein 19-Jähriger brutal verprügelt. _mehr

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