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Stau auf der Berliner Stadtautobahn (Quelle: rbb)

Der Ausbau der Stadtautobahn ist vorerst gestoppt.

Infrastruktur

Wirtschaft kritisiert A 100-Entscheidung

Der vorläufige Stopp der Autobahn-Verlängerung in Berlin ist von Wirtschaftsvertretern kritisiert und von Umweltschützern begrüßt worden.

Als "wirtschaftspolitisch kurzsichtig und standortpolitisch unverantwortlich" bezeichnete die Vereinigung der Unternehmerverbände in Berlin und Brandenburg (UVB) am Dienstag den entsprechenden Beschluss von SPD und Linke im Abgeordnetenhaus.

Die Unternehmerverbände unterstrichen, dass die Verlängerung vor allem für die wirtschaftliche Entwicklung des Ostteils der Stadt "unverzichtbar" sei. Auch die Industrie- und Handelskammer nannte den Beschluss "kurzsichtig".

Junge-Reyer beharrt auf A 100-Ausbau

Ingeborg Junge-Reyer (dpa-Archivbild)

Ingeborg Junge-Reyer  

Rückendeckung bekamen die Unternehmerverbände von Berlins Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer. Nach der Senatssitzung am Dienstag sagte die SPD-Politikerin, sie wolle unbedingt an dem A 100-Projekt festhalten. Sie setze darauf, dass sie die Regierungsfraktionen von SPD und Linke überzeugen könne.

Die Autobahn sei für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und für die Bündelung des Verkehrs immens wichtig. Auch der Koalitionsvertrag sehe den Weiterbau vor, so die Politikerin.

Als "wirtschaftlichen Totalschaden" bezeichnete die CDU die vorläufige Abkehr von dem Projekt. Der stellvertretende Parteichef Thomas Heilmann erklärte, ohne den Weiterbau gebe es mehr Lärm und Dreck für die Anwohner und weniger Arbeitsplätze für Berlin.

Umweltschützer begrüßen Zeitgewinn

Schilder gegen den Ausbau der A 100 (dpa-Archivbild)

Schilder gegen den Ausbau der A 100  

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hingegen begrüßte die Entscheidung. "Mit dem Zeitgewinn kann nun die aktuelle Verkehrsprognose berücksichtigt werden", teilte der BUND mit. Es sei damit zu rechnen, dass die Prognose den weiteren Rückgang des Autoverkehrs prognostiziert. Damit werde es schwerer, den Autobahnbau zu rechtfertigen.

Die Fraktionen von SPD und Linke hatten das Geld für den umstrittenen Weiterbau der Stadtautobahn A 100 von Neukölln nach Treptow eingefroren, bis neue Gutachten vorliegen, die beurteilen, ob der Ausbau tatsächlich nötig ist. Die Kosten von mehr als 400 Millionen Euro werden fast komplett vom Bund übernommen, auf Berlin entfällt nur ein kleiner Teil. Gegen den Weiterbau der Stadtautobahn hatten in den vergangenen Monaten zahlreiche Anwohner und Initiativen protestiert.

Stand vom 24.11.2009

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 24.11.2009 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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http://www.rbb-online.de/nachrichten/wirtschaft/2009_11/wirtschaft_kritisiert.html

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