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Die Nahverkehrsangebote in der Region sind nach Einschätzung des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg zufriedenstellend.
Die insgesamt 40 Unternehmen erzielten im vergangenen Jahr erneut gute Werte bei Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit. Allerdings bleibe die S-Bahn weiterhin das Sorgenkind, sagte VBB-Chef Hans-Werner Franz am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung einer so genannten Qualitätsbilanz.
So gebe es noch immer keine klaren Angaben, wann und welche Stufe auf dem Weg zur Normalität erreicht wird. Auch im vierten Krisenjahr sei nicht klar, warum das Unternehmen seine Probleme nicht in den Griff bekomme.
VBB-Geschäftsführer Franz: Weiter Managementfehler bei der S-Bahn
Franz erneuerte am Abend seine Kritik an der Führung der Berliner S-Bahn. Dem rbb sagte er, die Probleme bei der S-Bahn seien auf Fehler des Managements zurückzuführen. So seien in der Vergangenheit zu viele Mitarbeiter entlassen und Werkstattkapazitäten reduziert worden. Aber auch heute betreibe das S-Bahn-Management keine Vorsorge, kritisierte Franz. So fielen immer wieder Züge aus, weil zu wenige Fahrer ausgebildet würden. Auch sei zu spät damit begonnen worden, die Werkstattkapazitäten wieder aufzubauen. Der VBB-Geschäftsführer sagte, seine Kritik richte sich nicht gegen die S-Bahn-Mitarbeiter. Diese leisteten alle hervorragende Arbeit, aber es gebe ein Missmanagement bei der Führung.
Unklarheit über Einsatzbereitschaft der S-Bahn-Züge
Die S-Bahn, Tochter der Deutschen Bahn, habe demnach in diesem Jahr erst an sechs Tagen die ursprünglich schon für Ende 2011 angekündigte Zahl von 500 Viertelzügen im Einsatz gehabt, sagte Franz. Die Pünktlichkeit der S-Bahnzüge lag laut Franz im vergangenen Jahr bei 84,1 Prozent. Viertelzüge bestehen jeweils aus zwei Wagen.
Wesentlich bessere Noten als die S-Bahn erhielten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Die Pünktlichkeitswerte ihrer U-Bahn und Straßenbahn lagen mit 97,7 bzw. 91,6 Prozent über den Vorgaben.
BVG mit neuem Fahrgastrekord
Die Berliner Verkehrsbetriebe meldeten einen neuen Fahrgastrekord des Unternehmens. 2011 seien 937 Millionen Menschen befördert worden, 16 Millionen mehr als 2010, wie Unternehmenschefin Sigrid Nikutta erklärte. Auch die Zahl der Abonnenten sei auf einen neuen Höchststand gestiegen.
Nikutta hält Streckenkürzungen vorstellbar
Allerdings schränkte BVG-Chefin Sigrid Evelyn Nikutta diese Erfolgsbilanz auch ein. Sie kündigte an, dass das Unternehmen sein Angebot in den Außenbezirken reduzieren werde. Sie sagte am Mittwoch, beim Bus- und Straßenbahnverkehr seien Kürzungen vorstellbar. Grund sei die schwache Auslastung. "Wir wollen zufriedene Fahrgäste befördern, keine heiße Luft", sagte sie.
Die Sitz- und Stehplätze auf den Busrouten durch die Außenbezirke waren 2011 laut BVG nur zu 17,2 Prozent ausgelastet. "Da müssen wir genau hinschauen, auch aus ökologischen Gründen.", so Nikutta. Nikutta stellte jedoch in Aussicht, dass im Gegenzug auf stark befahrenen Linien mehr Fahrzeuge eingesetzt werden sollen.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/wirtschaft/2012_07/s_bahn_weiter_sorgenkind.html