Sie sind hier:
rbbonline | Nachrichten | Wirtschaft


Der Streit um angeblich unbezahlte Rechnungen für den Landtagsneubau in Potsdam geht weiter. Das inzwischen insolvente Unternehmen Sächsische Sandsteinwerke GmbH wirft dem Baukonzern BAM Zahlungsrückstände vor. Dieser wies die Vorwürfe am Freitag zurück
Am Donnerstag war bekannt geworden, dass die Sächsischen Sandsteinwerke Insolvenz beantragt haben. Nach Angaben des Unternehmens geht es dabei um offene Rechnungen für Fassadenarbeiten am Stadtschloss-Neubau in der Höhe von 1,9 Millionen Euro. Von dem Schritt sind 92 Beschäftigte betroffen.
Die BAM wiederum erklärte, die Behauptungen, dass es seitens der BAM Zahlungsrückstände gebe, seien unzutreffend und entbehrten jeglicher Grundlage. Die Geschäftsführung der Sandsteinwerke habe sich trotz von der BAM angebotener "erheblicher Zugeständnisse und ständiger Gesprächsbereitschaft" nicht in der Lage gesehen, die Bauarbeiten vertragsgemäß fortzuführen.
Die Arbeiten an der nachgebildeten historischen Fassade auf dem Gelände des ehemaligen Stadtschlosses, in dem der Landtag künftig seinen Sitz haben soll, wurden unterbrochen. Sie sollen in wenigen Tagen fortgesetzt werden. Nach Angaben der Projektleitung wird das Bauvorhaben dadurch nicht verzögert.
Das Brandenburger Finanzministerium erklärte, für die Bezahlung von Subunternehmen sei allein die BAM Deutschland AG verantwortlich, die als Generalbeauftragter des Bauprojekts eingesetzt wurde. Die Fassade sei allerdings weitgehend fertiggestellt.
Das Ministerium als Bauherr und die BAM streiten seit Längerem über den Termin und die Kosten zur Fertigstellung des Landtags. Nach Verzögerungen soll der Neubau voraussichtlich bis Frühjahr 2014 fertig sein.
Plattner entrüstet über unbezahlte Rechnungen für Landtagsfassade
Software-Millionär Hasso Plattner hat entsetzt auf die Insolvenz des sächsischen Handwerksunternehmens
wegen unbezahlter Arbeiten am Potsdamer Landtagsschloss reagiert.
Plattner hatte die historische Fassade, für die die nun zahlungsunfähige Sächsische Sandsteinwerke GmbH zuständig war, mit einer Spende erst möglich gemacht.
"Es ist schwer zu verstehen, insbesondere da ich die Summe für die Fassade - 20 Millionen Euro - vor mehr als drei Jahren gespendet habe und laut Finanzministerium gute Zinsen eingefahren wurden", sagte er den "Potsdamer Neuesten Nachrichten".
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/wirtschaft/2012_11/saechsische_sandsteinwerke.html