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In den Messehallen unter dem Berliner Funkturm hat am Freitag die 78. Grüne Woche begonnen. Laut Berliner Messegesellschaft ist die Grüne Woche die größte Agrarschau der Welt - das bezieht sich sowohl auf die Zahl der Aussteller wie auch auf die Besucherströme. Bis zum 27. Januar werden über 400.000 Besucher erwartet.
Auf dem traditionellen Eröffnungsrundgang am Freitagmorgen wurde Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) diesmal von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begleitet. Eine Station dabei war auch die Halle der Niederlande, die in diesem Jahr offizielles Partnerland der Grünen Woche sind.
Erster Kanzler(innen)-Besuch seit 30 Jahren
Auf ihrem Rundgang würdigte Merkel die Leistung der Land- und Ernährungswirtschaft, die gerade in dieser technikorientierten Zeit gezeigt werden sollte. "Die Grüne Woche ist eine traditionsreiche Veranstaltung, die Stadt und Land zusammenbringt", sagte Merkel. Gerade Kinder könnten sehen, wie Lebensmittel entstehen. Die Bundeskanzlerin verwies darauf, dass Verbraucher zunehmend auf Qualität achteten. Die Messe sei auch eine "Drehscheibe für internationalen Austausch über Qualität und Nachhaltigkeit".
Es sei das erste Mal seit 30 Jahren, dass ein deutscher Regierungschef den Ausstellungsbereich der Grünen Woche besuche, sagte Messechef Christian Göke dem rbb. Die Messe werde sich einem aufgeräumten Gewand zeigen. Man habe viel Geld in die Hand genommen, um auch bei der Optik für einen deutlichen Qualitätssprung zu sorgen. Zuletzt hatte die Verbraucherschau für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau 1983 mit Helmut Kohl einen Kanzler als Gast begrüßen können.
Agrarministerin Aigner gab den Startschuss
Am Donnerstagabend hatte Aigner die 78. Ausgabe der Grünen Woche offiziell eröffnet. Laut Aigner kann die deutsche Landwirtschaft mit Zuversicht und Selbstbewusstsein ins neue Jahr gehen. Einkommen und Erlöse entwickelten sich besser als in den Vorjahren, sagte Aigner. Begleitet wurde Aigner von der holländischen Staatssekretärin für Landwirtschaft, Sharon Dijksma. Die Niederlande sind 2013 Partnerland der Messe.
Zehn Tage lang zeigen 1.630 Aussteller aus 67 Ländern Produkte und Trends aus Landwirtschaft, Ernährungsindustrie und Gartenbau. Besucher der Grünen Woche dürfen sich auf über 100.000 Spezialitäten zum Verköstigen freuen. Denn das steht auf der Tagesordnung ganz oben: probieren, was es sonst nicht zu probieren gibt. Nicht ohne Grund wird die Messe als größte Schlemmermeile der Welt bezeichnet.
Deutsche Landwirte setzen auf größere Transparenz
Die Branche zeigt sich vor ihrem Jahresauftakt optimistisch. Anders als in manchen Vorjahren beherrscht kein Lebensmittelskandal die Debatten. Deutsche Produkte finden in Europa und darüber hinaus immer mehr Abnehmer, der Export treibt die Umsätze in die Höhe. Höhere Kosten für Rohstoffe, Löhne und Energie machen Lebensmittel nach Branchenerwartungen aber auch in diesem Jahr teurer.
Unterdessen haben die Landwirte zu einem offenen Dialog über Lebensmittel und ihre Produktionsbedingungen aufgerufen. "Schaffen wir mehr Transparenz", forderte Bauernpräsident Joachim Rukwied seine Kollegen bei der Eröffnungsfeier am Donnerstagabend auf. "Nur so können wir das Ansehen unserer Branche verbessern."
So werden Deutschlands Bauern auf der weltgrößten Agrarmesse nicht nur zum Kosten und Genießen einladen, sondern den Besuchern auch Ausschnitte aus der Lebensmittel-Produktionskette zeigen.
Partnerland Niederlande
Die Niederlande, in diesem Jahr Partnerland, präsentieren sich bereits zum 60. Mal auf der Grünen Woche. Hier können vor allem die typischen und beliebten holländischen Spezialitäten probiert werden - talergroße Gebäckleckereien (Poffertjes), Käsespezialitäten von Edamer bis Gouda, frische Austern, milder Matjes, zartes Kalbfleisch und Bier.
Es kommen aber auch immer wieder neue Länder hinzu: 2013 werden sich erstmals der Sudan und der Kosovo mit ihren landestypischen Spezialitäten präsentieren.
S-Bahn erweitert ihr Zugangebot
Während der Grünen Woche vom 18. bis 27. Januar erweitert die Berliner S-Bahn ihr Zugangebot zum Messegelände am Funkturm. An allen Veranstaltungstagen wird die über den Bahnhof Messe Süd verkehrende Linie S5 durch zusätzliche Fahrten der Linie S75 verstärkt, teilte die Bahn mit.
Von 9.00 bis 19.00 Uhr fahren damit innerhalb von jeweils 20 Minuten drei Züge pro Richtung, während der verlängerten Öffnungszeiten abends auch bis 21.00 Uhr. Die Fahrzeit mit der S-Bahn vom Hauptbahnhof zum Bahnhof Messe Süd betrage 17 Minuten.
Zum Bahnhof Messe Nord/ICC fahren die Ringbahnlinien S41/S42 während der Hauptverkehrszeiten nach Bahnangaben im Fünf-Minuten-Takt; sonst alle zehn Minuten. Hinzu kommen die Züge der Linie S46, die im 20-Minuten-Takt zwischen Königs Wusterhausen und Westend verkehren. Während der Messe fahren auch an den Wochenenden sogenannte Vollzüge mit jeweils acht Wagen.
Die S-Bahn wies darauf hin, dass der Bahnhof Messe Nord/ICC von den Fern- und Regionalbahnhöfen Gesundbrunnen und Südkreuz jeweils in 15 Minuten erreichbar ist.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/wirtschaft/2013_01/gruene_woche_oeffnet_fuer_besucher.html