Mann guckt sich Frauen am Bildschrim an (Quelle: rbb)

- Liebe à la Darwin

Von wegen - alles sei heute verkopft! Es wirken noch dieselben archaischen Auswahlmechanismen wie in der Steinzeit: Gesichtsform und Körperproportionen, Fingerlänge, Hautbeschaffenheit, Bewegungen.

Manuskript:

Christina und Oliver sind verliebt und wurden von Verhaltensbiologen als Testpaar ausgesucht. Die Nachwuchswissenschaftler wollten ihre Forschungen dokumentieren und mit der Kamera selbst festhalten. Fünf Jahre lang haben sie Hunderte Frauen und Männer untersucht.

Bernhard Fink und sein Team von der Uni Göttingen interessierte, wie wichtig das Äußere bei der Partnerwahl ist. Und: welche biologischen Wurzeln das hat.

Christina will keinen One-Night-Stand, sondern Kinder. Der Eytracker registriert ihre Augenbewegungen. Sie entscheidet sich für einen etwas weicheren Typ, mit dem Frauen oft dauerhafte Beziehungen verbinden.

Oliver sieht Gesichter mit unterschiedlicher Hautpigmentierung. Männer – so das Ergebnis – empfinden Frauen mit Unregelmäßigkeiten als älter und weniger gesund. Nicht so gut also für künftige Kinder.

Und: symmetrische Gesichtszüge wirken nicht nur attraktiv, ihnen werden unbewusst auch positive Eigenschaften zugeordnet, wie Zuverlässigkeit und Vertrauen.

Finger zeigen den „wahren“ Mann, vor allem lange Ringfinger. Das Verhältnis von Zeigefinger zu Ringfinger verrät, wie viel des Sexualhormons Testosteron das männliche Gehirn schon im Mutterleib abbekommen hat. Mit einem Verhältnis von 0,94 liegt Oliver über dem deutschen Durchschnitt. Solche Männer sind risikofreudig und durchsetzungsfähig, haben Bernhard Fink und seine Kollegen herausgefunden.

Frauen mögen Größe. Biologisch gesehen liegt der Vorteil darin, dass große Männer mit breiten Schultern Frauen besser verteidigen können. Der uralte Beschützerinstinkt.

Auf die richtigen Maße bei Taille und Hüfte kommt es an. Nicht das Gewicht entscheidet, haben die Tests ergeben, sondern die Proportionen. Bei Christina werden 75 und 103 Zentimeter gemessen. Das Idealverhältnis von 0,7.

Der Overall verdeckt Olivers Körperformen. Sie sollen Christina beim Beurteilen seines Tanzes nicht ablenken. Später werden die Aufnahmen so verfremdet, dass nur noch die Bewegungen zu erkennen sind. Männer, die sich abwechslungsreich bewegen, bekommen von Frauen den Vorzug.

Für Oliver und Christina sind die Tests zu Ende. Erstaunt hat sie, wie tief die alten Mechanismen in uns verwurzelt sind. Und dass sie – ohne bewusst danach gesucht zu haben - auch beim äußeren Erscheinungsbild füreinander das Traumpaar sind.

Ein Bericht von Iduna Wünschmann.