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Es ist ein Menschheitstraum: Denkende Maschinen zu erschaffen, die uns Arbeit abnehmen. Ein Traum, an dessen Verwirklichung Wissenschaftler seit Jahrzehnten arbeiten. Und noch nie waren sie der Erfüllung so nahe wie heute.
Ob als Roboter in der Industrie, als Simulation im Computer oder gar als ganzes, intelligentes Haus – künstliche Intelligenz hat Einzug in unser Leben gehalten. Doch was macht einen guten Roboter aus? Wie zuverlässig ist das ausgelagerte Denken? Und wo stößt es an Grenzen?

Fahren ohne Fahrer
Nie mehr lenken, schalten und bremsen müssen. Stattdessen das Auto selbst fahren zu lassen. Professor Raul Rojas von der Freien Universität Berlin hat ein Auto entwickelt, das autonom fährt. Unfälle und Staus könnten so vermieden werden und der Fahrgast entspannt zum Ziel kommen. Doch kann sich das computergesteuerte Fahrzeug schon mit einem Menschen hinter dem Steuer messen? Wie reagiert es, wenn ein Kind auf die Straße läuft oder jemand rechts überholt?

Wie der Roboter in die Welt kam
Gerade einmal so intelligent wie ein vierjähriges Kind – das ist der derzeit schlaueste Roboter der Welt. Bis zu ihm war es ein langer Weg. Schon in der Antike wünschte sich Aristoteles, Arbeiter durch Maschinen zu ersetzen. Heute ist künstliche Intelligenz aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch Intelligenz heißt nicht nur, Berechnungen auszuführen, sondern selbstständig zu verstehen und zu handeln.

Super-Computer Gehirn
Wie ein gigantischer Prozessor sendet und empfängt das menschliche Gehirn tagtäglich Millionen Signale. Es ist damit der leistungsfähigste Computer aller Zeiten und Vorbild für jede Form von maschinellem Denken. Doch um von der Natur zu lernen, müssen Wissenschaftler die Funktionsweise des Gehirns erst einmal entschlüsseln. Professor John-Dylan Haynes vom Berliner Bernstein Center schaut dem Hirn bei der Arbeit zu und will nichts weniger als Gedanken lesen.

Die Mensch-Maschine
Intelligenz braucht einen Körper – sagt Dr. Manfred Hild von der Humboldt-Universität zu Berlin. Er will herausfinden, wie ein Roboter lernen und sein Wissen weitergeben kann. Hild selbst hat Psychologie, Mathematik und Informatik studiert und vereint diese drei Wissenschaften nun im Bau von humanoiden Robotern. Sein jüngstes Studienobjekt: Myon – ein Roboter, der lernt, sich wie ein Mensch zu bewegen und sich durch Erfahrung weiterentwickelt.

Wohnen im intelligenten Haus
Heizungen, die sich bei Kälte von selbst starten, Jalousien, die sich bei Sonne allein schließen, Fitnessgeräte, die die Gesundheit überprüfen. Im Haus, das mitdenkt, soll das Leben leichter werden. Alte Menschen könnten darin länger selbstständig leben, die Energiekosten wären geringer, und nie wieder müsste man sich sorgen, ob der Herd noch eingeschaltet ist. Doch wie lebt es sich wirklich im Haus von übermorgen? Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin probieren es aus.


