Ozon Marienkirche Prenzlau, Quelle: Werner Peter/rbb

- Heimat unter Windrädern – der Preis der Energiewende?

Die beeindruckende Windradgeschichte Brandenburgs wird 20 Jahre alt. Sie gehört zu den augenscheinlichsten Zeichen einer revolutionären Energiewende, aber auch eines radikalen Landschaftswandels. Noch nie gab es solche riesigen Höhendominanten in der Landschaft.

Über 3000 Windräder stehen bereits. Bis 2030 soll ihre Zahl noch einmal deutlich steigen. Bisherige Planungen für Windeignungsgebiete können kaum auf landschaftsästhetische Fragen eingehen. Zu unterschiedlich sind die Faktoren und Interessen.

Doch Brandenburgs von Schinkel und Lenné auf Schönheit orientierte Bau- und Landschaftsgeschichte verpflichtet geradezu, auch die psychologischen und sozialen Wirkungen zu beachten. Stehen doch Gefühle wie Identität und Heimat auf dem Spiel. Was lässt sich tun, damit Windräder nach der Epoche der Schornsteine auch als Fortschrittszeichen empfunden, Ortsansichten und Sichtachsen nicht zerstört werden?

Transporter bringt Windrad (Quelle: rbb)

Giganten im Ansturm

Nacht für Nacht fahren beim Windenergieanlagenhersteller Enercon in Magdeburg-Rothensee Schwerlasttransporter los. Viele in die Uckermark, wo wöchentlich ein neuer Riese wächst. Über 3000 Windräder stehen bereits in Brandenburg, brachten viereinhalb tausend Arbeitsplätze, aber auch umstellte Dörfer und zerstörte Landschaften.
Windkraftanlage im Aufbau (Quelle: rbb)

Riesen statt Menge?

Die Entwicklungsgeschichte der Windräder seit den 30er Jahren ist faszinierend. Unaufhörlich wuchsen sie in die Höhe, um gleichmäßiger Wind einzufangen. Die größten sind heute fast 200 Meter hoch. Ob mit ihnen eines Tages die Zahl der Windräder wieder reduziert wird?
Beschauliches Dorf ohne Windräder (Quelle: rbb)

Explosion der Höhendominanten

In nicht technisierten Landschaften sprengen die Windfarmen alle bisherigen menschlichen Maßstäbe von Bäumen, Kirchtürmen, Silhouetten und historischen Ortsansichten. Weil sie sechs- bis achtmal so hoch sind. Ein historischer Blick mit dem ehemaligen Landeskonservator Detlef Karg.
Eine Dorfgemeinschaft ist ratlos (Quelle: rbb)

Ohnmacht eines Dorfes

Die Einwohner von Alt Zeschdorf im Oderbruch waren anfangs für Windenergie. Nun wehren sie sich dagegen, dass ihr Dorf völlig umstellt wird. Die Interessenskonflikte und Tücken der Regionalplanung.
Grafik Landschaft mit Windrädern (Quelle: rbb)

Planung mit Augenmaß?

Landschaftsästhetik spielte bislang keine Rolle. Wie lassen sich Windräder schöner in die Landschaften integrieren und Bürger besser beteiligen? Der Landschaftsplaner Sören Schöbel hat ein Buch geschrieben.