
- Geburtswehen
Vier Wochen dauerte es noch einmal, bis das DDR-Fernsehen die erste reguläre Sendung von OZON am 21. November 1989 ausstrahlte. Einige Kollegen, die das Magazin gründeten, arbeiten noch heute für die Redaktion.
24.10.1989
Obwohl die Redaktion nach dem Verbot der Sendung "Kreisläufe" aufgelöst wurde, sendeten die Redakteure Uta Greschner, Martina Hasselmann, Hartmut Sommerschuh, der Kameramann Werner Peter und der Regisseur Peter Schaaf eine Konzeption für eine Umwelt-Sendereihe an die Volkskammer.
30.10.1989
Ein Hilferuf ging auch an den Journalistenverband, den Verband der Film- und Fernsehschaffenden sowie an die Nachrichtenagentur ADN.

09.11.1989
Am Tag der Maueröffnung erschien am Morgen in der Tageszeitung "Bauernecho" ein umrahmter Artikel des Kreisvorstandes der Bauernpartei Berlin-Hellersdorf gegen das Verbot. Darin wurde das DDR-Fernsehen aufgefordert, die verbotene Sendung "Kreisläufe“ wieder ins Programm zu nehmen und eine Umwelt-Sendereihe daraus zu entwickeln. Lanciert hat den Artikel der Agrarwissenschaftler Dr. Reiner Sermann nach einem Entwurf mit Hartmut Sommerschuh.
16.11.1989
Wegen dieser "öffentlichen Nestbeschmutzung“ rief der Publizistikchef des DDR-Fernsehens die alte Mannschaft zusammen. Nach fast zweistündiger Schelte gab er plötzlich bekannt, dass schon in fünf Tagen im Abendprogramm ein Sendeplatz für ein neues Umweltmagazin bereitgestellt wird. Die Redakteure Ernst-Alfred Müller, Hartmut Sommerschuh und Jochen Wiczoreck entwarfen eine Konzeption. Erstes Thema sollte die schlechte Luft in den ostdeutschen Städten sein. Kameramann Werner Peter schlug vor, die Reihe "OZON" zu nennen. Die schwindende Ozon-Schicht war gerade ein wichtiges Thema in der Öffentlichkeit.
18.11.1989
In einem Sportstadion in Potsdam-Babelsberg fand die erste Umwelt-Nacht der "grünen" DDR-Opposition statt. Der Schriftsteller Reimar Gilsenbach gab bekannt, dass die Umweltdaten frei seien. Diese Veranstaltung wurde der Rahmen für die Sendung.

21.11.1989
Die erste OZON-Sendung unter dem Titel "Luft zum Atmen“ wurde um 21.00 Uhr im DDR-Fernsehen gesendet. Sie wurde von Dr. Harro Hess moderiert, Wissenschaftsjournalist bei Radio DDR. Studiogäste waren Matthias Platzeck, Ingenieur für Kommunalhygiene in Potsdam, Reimar Gilsenbach, Schriftsteller aus Brodowin, Dr. Rolf Caspar, Sekretär der Gesellschaft für Natur und Umwelt im Kulturbund, Prof. Knoch, Umweltmediziner in Dresden, sowie Sabine Rothe von der Evangelischen Kirche Erfurt.

