Detlef Liebschwager, Foto: Silke Weiß

Zoo Berlin - Interview mit Reviertierpfleger Detlef Liebschwager

..."mich hat mal ein Panzernashorn umgerannt, seit dem weiß ich, dass diese Tiere verdammt schnell sind."

Für welche Tiere sind sie hier im Tierpark/Zoo zuständig?
Ich bin hier im Raubtierhaus für die großen und kleinen Raubtiere zuständig. Zu den kleinen Raubtieren gehören z.B. die Mangusten, zu denen die Mungos und Erdmännchen gehören.

War der Beruf des Tierpflegers eigentlich schon immer ihr Berufswunsch Nummer 1?
Ich wollte eigentlich schon immer Tierpfleger werden und das war zur damaligen Zeit gar nicht so einfach. Ich habe mich aber hier beim Berliner Zoo beworben und das hat dann auch gleich geklappt und nun sind es schon fast 40 Jahre.

Haben sie unter den von Ihnen betreuten Tieren auch einen ganz besonderen Liebling? Wenn ja, was ist an ihm/ihr so besonders?
Lieblinge hat man schon irgendwo, aber irgendwie hängt man auch an allen Tieren, die man betreut. Ein Liebling war bei mir sicherlich der verstorbene Panda-Bär Bao Bao. Kleine Lieblinge sind auch die beiden Löwen Aru und Aketi, die spinnen zwar manchmal, sind aber so liebe und verschmuste Tiere. Bei den Mungos gibt es auch so zwei die ich besonders mag und zu den genannten Tieren hat man dann auch eine etwas persönlichere Beziehung, aber eigentlich sind schon alle Tiere für einen Tierpfleger sehr eng beieinander.

Was gefällt Ihnen an ihrem Beruf besonders?
Die Vielfältigkeit, wir kümmern uns um unsere Tiere, wir sind viel draußen, kümmern uns auch mit um unsere Gartenanlagen, mal muss man eine Reparatur machen, dann kommen Besuchergruppen, mit denen man spricht und ihnen was zeigt. Es ist halt die Abwechslung, einen Bürojob konnte ich mir nie vorstellen.

Können Sie sich an eine lustige oder dramatische Begebenheit erinnern?
Mmmh, da ist natürlich schon so einiges passiert, dass man erzählen könnte. Für mich war das nachhaltigste Erlebnis, dass ich mal von einem Panzernashorn überrannt worden bin. Seit dem weiß ich, dass Nashörner verdammt schnell sind. Ich hatte den (liegenden!) Nashorn-Bullen gerufen, weil es Futter gab und dann hatte ich mich einmal kurz umgedreht und schon war er hinter mir und hat mich zwei-, dreimal vor sich her geschubst, um in den Stall zu kommen. Das hat mir schon einen Schreck eingejagt. Es gibt auch traurige Dinge, z.B. das Bao Bao gestorben ist, er war alt genug und das war ok, aber auch solche Ereignisse bleiben immer im Kopf. Ach, in so vielen Jahren im Zoo könnte man sicherlich ein ganzes Buch mit Geschichten voll kriegen.

Haben Sie selber ein Haustier?
Nein, ich hatte als Kind immer Haustiere, aber jetzt wollen meine Frau und ich die verbleibende Zeit für uns nutzen.

Wenn ich nicht Tierpfleger geworden wäre, dann wäre ich….
Also, als ganz, ganz ferne Alternative hatte ich mir mal überlegt Koch zu werden.


(Dieses Interview führte Silke Weiß, Redaktion: Programmbegleitende Dienste, rbb Fernsehen)