Sabine Preuschhof, Foto: Anna Katharina Schulz

rbb - Redaktionsleiterin Sabine Preuschhof

Die Innigkeit und Nähe zwischen Pfleger und Tier ist der Nektar, aus dem unsere Geschichten entstehen und das ist wundervoll.

Die Tier-Dokus laufen schon seit Jahren sehr erfolgreich im deutschen Fernsehen. Warum können Ihrer Meinung nach die Zuschauer nicht genug bekommen von den Tieren im Berliner Tierpark und Zoo?
"Panda, Gorilla & Co." ist ein Teil der Zoo-Doku-Reihe im Ersten, zu der auch Reihen wie "Elefant, Tiger & Co." oder "Eisbär, Affe & Co." gehören. Ich denke, die besondere Art der Berliner Pfleger macht unsere Reihe so erfolgreich, der Berliner Charme kommt gut an. Wie die Pfleger mit den Tieren umgehen, mit wie viel Liebe, Zuwendung und Sachverstand sie arbeiten – das ist sehr anrührend. Als Zuschauer lernt man etwas und es tut einem gut. Außerdem arbeiten wir natürlich immer an der Qualität. Die Reihe läuft nicht einfach weiter, sondern wir arbeiten immer wieder mit neuen, jungen Pflegern, wir verbessern die Dramaturgie, die Musik und die Geschichten.


Welches ist Ihr Lieblingstier im Zoo oder Tierpark und warum?
Früher war es mal der Plumplori, aber man darf sein Lieblingstier auch ändern! Mein neues Lieblingstier ist die Okapidame Baturi. Sie hat nun endlich ein Baby bekommen, mit 8 Jahren ist sie eine späte Mutter. Aber sie ist eine gute Mutter! Und Baturi ist vom 1. Sendetag an dabei.


"Panda, Gorilla & Co." geht in die 7. Staffel, die verflixte 7. Staffel - bei den Menschen scheitern viele Ehen nach sechs Jahren. Wie steht es um die "Ehe" zwischen dem rbb und dem Berliner Tierpark und Zoo?
Wie in einer Ehe gibt es auch bei uns, also dem Tierpark und Zoo und dem rbb, immer mal Hochs und Tiefs. Allerdings gab es die nie zwischen uns und den Pflegern oder uns und den Tieren. Es macht immer wieder Spaß und Freude zu sehen, mit welcher Begeisterung und Hingabe die Pfleger sich ihrer Arbeit widmen, das überstrahlt alles. Eine Widrigkeit in diesem Jahr war der sehr lange Winter. Die Vegetation entwickelte sich entsprechend später, so dass wir den Drehbeginn verschieben mussten.


Apropos Ehe: Viele Pfleger begrüßen ihre Tiere mit "Hallo, meine Süße!" oder "Na, mein Mäuschen!" – fast hat man den Eindruck, dass die Tiere zur Familie gehören. Täuscht der Eindruck?
Meiner Meinung nach nicht. Die Pfleger verbringen ja sehr viel Zeit mit ihren Tieren. Manchmal sind sie nachts bei ihnen, manchmal werden Tiere mit der Flasche aufgezogen und dann wird ein Tier auch zum "Mäuschen".
Aber es gibt natürlich auch Tiere, die nicht zur Familie gehören. Diese emotionale Verbindung der Pfleger zu den Tieren ist fürs Fernsehen gut. Die Innigkeit und Nähe zwischen Pfleger und Tier ist der Nektar, aus dem wir die Geschichten saugen. Übrigens sind die Pfleger auch sehr phantasievoll bei der Namenssuche. Es dauert manchmal lange, bis der passende Name für ein Tier gefunden ist.



Sie haben in den vergangenen sechs Staffeln Glück und Leid bei Mensch und Tier hautnah miterlebt.
Was waren für Sie persönlich die schönsten Momente, aber auch die größten Dramen bei "Panda, Gorilla & Co."?
Das größte Drama: Der Tod des Pandas Bao Bao. Der fehlt mir. Obwohl er schon alt war – er gehörte so zum Zoo. Und außerdem ist er unser Titeltier. Er war immer da und jetzt ist er es nicht mehr. Die größte Geschichte: Der Eisbär Knut. Mit allen Hochs und Tiefs, mit aller Dramatik, mit seiner besonderen Beziehung zu seinem Pfleger Thomas Dörflein und mit dem frühen Tod der beiden. Da war ein Zauber, der von diesem Tier ausging. Das zieht einen in den Bann, dass ein Zootier in der ganzen Welt bekannt ist. Es gibt keine bessere Harmonie als die zwischen Knut und Dörflein. Das hatte Magie.


(Ein paar tierisch ernste Fragen stellte Tina Henneberg vom rbb Familienprogramm)