Der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes Brandenburg, Raimund Engel (Bild: dpa)

Waldbrandgefahr in Brandenburg - "Feuerwehren suchen dringend Nachwuchs"

Nachwuchsmangel bei den Feuerwehren - im waldbrandgefährdeten Brandenburg ist das vor allem an Wochentagen ein echtes Problem. Der Waldschutzbeauftragte Raimund Engel setzt daher auf Prävention.

Brandenburgs Wälder - in denen zur Zeit ausnahmslos die höchste Alarmstufe gilt - sind besonders waldbrandgefährdet. Daher setzt der Waldschutzbeauftragte Raimund Engel darauf, Mittel in vorbeugende Maßnahmen zu investieren. Dazu gehört die Waldbrandüberwachung, zum Teil mit Kameras, und der Umbau der Wälder. Weg von reinem, besonders leicht brennbarem Kieferbestand, hin zu Mischbestand. Das sagte Engel dem rbb Inforadio.

Es sei wichtig, Brände schnell zu erkennen, damit die Feuerwehren gleich zur Stelle seien. Engel sprach sich daher auch dagegen aus, Wälder für den Besuch zu sperren. "Derzeit rät der Landesbetrieb Forst Brandenburg davon ab, bestimmte Wälder zu sperren. Weil - auch aus meiner Sicht ist es so - jeder Bürger ist auch ein weiterer Brandmelder, fast jeder hat ein Handy bei sich." So könnten kleine Brände schnell gemeldet werden, die von den Feuerwehrkameras noch nicht durch Rauchschwaden über dem Waldgebiet entdeckt werden kann.

Brenzlig könne es an Wochentagen werden, so Engel. Viele Mitarbeiter der Freiwilligen Feuerwehren stünden dann nicht zur Verfügung. Anders sei es an Wochenenden. Seit vergangenen Samstag bis zum Dienstag hatte auf einem ehemaligen Militärgelände ein Feuer auf mehr als 17 Quadratmetern zeitweise bis zu 200 Einsatzkräfte gebunden - daneben hatte es allein im Landkreis Teltow-Fläming neun weitere Brände gegeben.

Feuerwehreinsatz beim Waldbrand in Teupitz (c) dpa
Der Feuerwehreinsatz mit Löschpanzer in Radeland hat Einsatzkräfte gebunden

Unter der Woche könnte ein solcher Brand vielleicht für Probleme sorgen. "Nachwuchsmangel, das ist ein richtiges Problem in Brandenburg".

Im Land sorgt laut Engel nicht nur der hohe Anteil an Kiefern für erhöhte Gefahr, wenn es trocken ist, sondern auch die ehemaligen Schlachtgebiete und Truppenübungsplätze. Hier kann es immer wieder dazu kommen, dass am oder im Boden liegende Munition explodiert. Hauptursache für Brände seien Fahrlässigkeit und vorsätzliche Brandstiftung, so Engel weiter.