Statue der Justizia (dpa, 08.10.2012)

Vorfall im September 2009 - Arzt bestreitet Vergewaltigung einer Patientin

Das Berliner Landgericht versucht seit Dienstag einen Fall zu klären, in dem die gegenseitigen Anschuldigungen besonders schwer wiegen. Ein Gynäkologe soll eine Patientin vergewaltigt haben. Der Mediziner spricht von einer dreisten Lüge und wirft dem mutmaßlichen Opfer Erpressung vor.

Ein angeklagter Gynäkologe hat vor dem Berliner Landgericht bestritten, eine Patientin vergewaltigt zu haben. Der 64-jährige Mediziner sprach zu Beginn seines Prozesses am Dienstag von einer dreisten Anschuldigung der Patientin und ihres Ehemannes. Das Ehepaar habe ihn erpressen wollen, um Behandlungskosten zu sparen, schilderte der Frauenarzt den Richtern seine Vision des Geschehens.

Die Frau hatte die Praxis im Stadtteil Charlottenburg im September 2009 wegen eines unerfüllten Kinderwunsches aufgesucht.

Urteil wird in einigen Wochen erwartet

Der Angeklagte hatte nach eigenen Angaben eine Ultraschalluntersuchung vorgenommen. Er habe weder die Tür abgeschlossen, wie es in der Anklage heiße, noch die Frau vergewaltigt. Die Köchin, die im Prozess als Nebenklägerin auftritt, beschuldigt den Arzt, dass sie während der Behandlung vergewaltigt wurde. Sie habe ihren Mann, der im Wartezimmer saß, zur Hilfe rufen wollen, aber die Tür sei verschlossen gewesen.

Nach Aussagen des Mediziners habe ihn der Ehemann anschließend mit der dreisten Anschuldigung einer Vergewaltigung überrumpelt. Das Paar habe mit der Polizei gedroht, wenn der Arzt kein Schmerzensgeld zahle.

Das Urteil wird erst in einigen Wochen erwartet.