
Sicherheitskonzept bleibt bestehen - Bäder-Chef Hensing: Vorfall im Freibad Pankow war ein Einzelfall
Randalierende Jugendliche im Freibad Pankow, der Tod eines Mädchens im Freibad Lübars, dazu marode Bäder: Um die Berliner Bäderbetriebe ist es nicht gut bestellt. Bäder-Chef Hensing reagiert nun und kündigt umfangreiche Sanierungen und Neubauten an. Das Sicherheitskonzept soll aber unangetastet bleiben.
Das vergangene Wochenende stand für die Berliner Bäderbetriebe - trotz Sommerwetters und guten Einnahmen - unter keinem guten Stern. Nachdem etwa 50 junge Männer im Freibad Pankow randalierten und das Bad durch die Polizei geräumt werden musste, durften nur noch Familien rein.
Der Chef der Berliner Bäder-Betriebe, Ole Bested Hensing, sieht aber keinen Anlass, das Sicherheitskonzept in den Schwimmbädern der Hauptstadt zu verändern. Der jüngste Vorfall in Pankow sei ein Einzelfall gewesen, so Hensing am Mittwoch im rbb.
Man könne sich an den Bädern in Neukölln und Kreuzberg ein Beispiel nehmen, sagte Hensing weiter. Dort arbeite man hervorragend mit der Polizei zusammen, die sowohl uniformiert als auch in zivil präsent sei. Außerdem gebe es ehrenamtliche Helfer, die im Rahmen des Programms "Bleib cool am Pool" als Streit-Schlicher unterwegs seien.
Streit um Einlass-Verfahren
Die Einlass-Politik der Bäderbetriebe sorgt bereits für politischen Streit und wird ein Fall für die nächste Sitzung des Sportausschusses im Abgeordnetenhaus. Der Pankower Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) hatte die Entscheidung der Bäder-Betriebe vom Wochenende kritisiert. Er sagte am Montag im rbb, man müsse die Unruhestifter in den Griff bekommen, statt andere zu bestrafen.
Der Sprecher der Bäderbetriebe, Matthias Oloew, wies darauf hin, dass es das erste Mal war,
dass der Eintritt in dieser Art reglementiert worden sei.
Neue Bäder entstehen - alte sollen weichen
Ein schon chronisches Problem der Berliner Bäder ist deren oftmals heruntergekommener Zustand. Hensing kündigte im rbb an, dass die Bäder-Landschaft in der Hauptstadt attraktiver werden soll. Neben der Sanierung einiger Bäder seien auch Neubauten geplant. Man müsse schauen, ob man gemeinsam mit der Politik einen Weg finde, an mehreren Standorten neue Anlagen zu errichten.
Dafür könnte man ein paar alte Bäder schließen. Er sei überzeugt, dass sich das Vorhaben finanziell realisieren lasse. Am 6. September werde man dem Aufsichtsrat einen entsprechenden Plan vorlegen.



