Züge stehen in Berlin unter dem Glasdach am Hauptbahnhof. (Bild: dpa)
Video: Abendschau 09.08.2013 Beitrag von Kertin Breinig

Gleis-Sperrung vom 20. bis 22. August - Hauptbahnhof-Dach muss repariert werden

Er sorgte immer wieder mit Baumängeln für Schlagzeilen: 2007 fiel ein Stahlriegel aus der Fassade des Berliner Hauptbahnhofs, 2012 wurde klar, dass Gleiskonstruktionen saniert werden müssen. Nun haben sich Teile der komplizierten Dachkonstruktion verschoben - und das muss repariert werden. Für drei Tage im August wird deshalb ein Gleis gesperrt.

Dachprobleme machen am Berliner Hauptbahnhof Repaturarbeiten notwendig. Vom 20. bis 22. August wird deshalb das Gleis 11 gesperrt, wie ein Bahnsprecher am Freitag sagte. Betroffen ist nach Angaben der Bahn ausschließlich der Regionalverkehr.

In einer der vier tragenden Säulen der Dachkonstruktion haben sich Lager verdreht. Das war bei Routinekontrollen entdeckt worden. Von außen seien die Schäden laut dem Unternehmen nicht zu bemerken gewesen. "Das Festlager wird nun korrigiert, um die ursprüngliche Position der Lagerteile wieder herzustellen", erklärte die Bahn. Inzwischen wurde am Gleis 11 ein Behelfsrahmen installiert, der das betroffene Bauteil entlasten soll. 

Fahrgäste auf dem Gleis und Bahnhofsbesucher seien nicht gefährdet, betonte die Bahn. Die Dachkonstruktion sei weiterhin sicher und werde jetzt messtechnisch überwacht.

Oberer Bahnhofsteil eventuell bald fast vollständig geschlossen

Während der dreitägigen Bauarbeiten Ende August entfallen für Regionalzüge aus Nauen alle Halte auf der Stadtbahn zwischen Charlottenburg und Karlshorst. Weitere Züge fallen zwischen Friedrichstraße und Zoologischer Garten ersatzlos aus. Fahrgäste sollten die S-Bahn nutzen, riet die Bahn.

Nach Informationen der "Berliner Zeitung" will die Bahn den oberen Bahnhofsteil wegen anderer baulicher Überarbeitungen bald wochenlang fast vollständig schließen. Fern- und Regionalverkehr sollen im Jahr 2015 für 86 Tage eingestellt werden, der S-Bahn-Verkehr im Jahr 2016 für 60 Tage.

Der Architekt des Hauptbahnhofs, Meinhard von Gerkan

2007 fiel ein Stahlriegel aus der Fassade

Der Berliner Hauptbahnhof sorgte im Zusammenhang mit Baumaßnahmen immer wieder für Schlagzeilen. Das Dach, das die drei Ost-West-Bahnsteige überspannt, gilt als eine besonders komplizierte Konstruktion. 2007 - ein Jahr nach der Eröffnung - fiel während eines Orkans ein Stahlriegel aus der Fassade. Im vergangenen Jahr stellte sich heraus, dass die oberirdischen Gleiskonstruktionen für 25 Millionen Euro saniert werden müssen.

Der Hauptbahnhof wurde von Architekt Meinhard von Gerkan entworfen und am 26. Mai 2006 nach langen Debatten eröffnet. Das Prestigeobjekt der Bahn kostete rund 1,2 Milliarden Euro - und war damit fast doppelt so teuer wie geplant. Durchschnittlich nutzen heute pro Tag rund 300.000 Menschen den Bahnhof am Rand des Regierungsviertels - Reisende und Einkäufer. Mehr als 1.000 Züge und S-Bahnen halten jeden Tag auf zwei Gleisebenen.