Ein Mann passiert einen ICE, der von Hannover Richtung Berlin unterwegs ist (Quelle: dpa)

Ausweichstrecken überlastet - Hochwasser sorgt noch auf lange Sicht für Zugverspätungen

Wer mit dem Zug von und nach Berlin unterwegs ist, muss auch in den kommenden Monaten mit deutlich längeren Fahrzeiten rechnen. Weil nach dem Sommerhochwasser die schnelle Ost-West-Verbindung gesperrt ist, drängen sich die Züge auf den Ausweichstrecken. Noch untersucht die Bahn die Schäden an der ICE-Trasse. Die Reparaturarbeiten könnten sich bis ins nächste Jahr hinziehen.

Im Zugverkehr von und nach Berlin müssen Fahrgäste weiter mit deutlich längeren Fahrzeiten rechnen. Auf allen Ausweichstrecken über Halle-Leipzig, Magdeburg oder Wismar gebe es wegen der gesperrten schnellen Ost-West-Verbindung Zugstaus, hieß es von Seiten der Bahn.

Die drei Ausweichstrecken müssten täglich etwa 200 zusätzliche Züge aufnehmen, die sonst auf der gesperrten Schnellfahrstrecke zwischen Berlin und Hannover sowie in Gegenrichtung unterwegs gewesen wären.

Harte Zeiten für Wolfsburg-Pendler

Nach Angaben der Bahn verlängert sich die Fahrtzeit Richtung Westen durch die Umwege um eine bis anderthalb Stunden gegenüber dem regulären Fahrplan. Das läge zum einen daran, dass die Züge auf den Ausweichstrecken langsamer unterwegs seien. Die Verbindungen müssten sich aber auch in die bestehenden Fahrpläne mit Nah-, Fern- und Güterverkehr einfügen, erklärte Arvid Kämmerer, Fahrplan-Chef der DB Netz AG.

Besonders hart treffen die Verzögerungen Pendler von Berlin nach Wolfsburg und zurück: Sie sind täglich bis zu drei Stunden länger unterwegs. Die Stadt Wolfsburg bot bereits übergangsweise die Nutzung von Kasernengebäuden an.

Die ICE Strecke Berlin-Hannover bei Schönhausen am 20.6.2013 (Quelle: dpa)
Blick auf die überflutete Bahnstrecke Berlin-Hannover im Sommer 2013

Bahn untersucht Bahndamm in der Tiefe

Das Sommerhochwasser hatte die ICE-Strecke von Berlin nach Hannover nahe Stendal stark beschädigt. Nach Angaben der Bahn ist der Bahndamm auf einer Länge von rund fünf Kilometern aufgeweicht. Derzeit werde mit Hilfe von Georadar untersucht, in welchem Zustand sich der Damm unter der Trasse befinde, sagte Kämmerer.

Voraussichtlich im Septemver lägen die Daten vor. Je nachdem wie umfangreich die Schäden seien, könnten sich die Arbeiten – und damit auch die langen Fahrtzeiten – bis ins nächste Jahr hinziehen.

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