
Nach dem tödlichen Badeunfall in Lübars - Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Cousin der 13-Jährigen
Ein tragischer Unfall überschattete das vergangene Wochenende in Berlin: Ein 13-jähriges Mädchen rutscht in tiefes Wasser - und ertrinkt. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den 17-jährigen Cousin der Nichtschwimmerin. Er hätte sie an der Rutsche auffangen sollen.
Nach dem Tod eines 13-jährigen Mädchens am Samstag im Strandbad Berlin-Lübars ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung gegen den Cousin des Mädchens. Das sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Dienstag dem rbb.
Der 17-jährige Cousin hätte die Nichtschwimmerin auffangen sollen, nachdem sie von der Rutsche im Schwimmerbereich ins tiefe Wasser gerutscht war. Nach Zeugenaussagen hatte der Cousin bereits zweimal mit dem Mädchen die große Wasserrutsche im Schwimmerbereich benutzt und das Mädchen unten aufgefangen. Beim dritten Mal klappte das aber nicht und die 13-Jährige ging unter. Laut weiteren Zeugenaussagen hatte der Junge einen Asthmaanfall und andere Kinder rutschten zu dicht auf, sodass die 13-jährige unter Wasser gedrückt wurde. Diese Aussagen sind bisher allerdings nicht bestätigt worden.
Badbetreiber weist Vorwürfe zurück
Der Betreiber des Bades, Olaf Schenk, wies Vorwürfe zurück, seine Bademeister hätten zu spät geholfen. Schenk sagte am Dienstag dem rbb, der Schwimmmeister habe sofort reagiert und nach der 13-Jährigen getaucht. Es habe aber niemand damit gerechnet, dass sie sieben Meter entfernt von der Stelle im Wasser lag, an der sie vermutet wurde.
Der Cousin des Mädchens habe gleich nach dem Vorfall die Schuld auf sich genommen, so Schenk.
Nach dem die 13-Jährige nicht mehr afgetaucht war, alarmierte ihre Familie die Feuerwehr. Die Rettungskräfte samt Taucher trafen rund eine Viertelstunde später ein. Rund 30 Minuten nachdem es untergegangen war, bargen sie das Mädchen aus einer Wassertiefe von rund acht Metern. Die Helfer versuchten, das Kind wiederzubeleben, und brachten es in ein Krankenhaus. Dort wurde wenig später der Tod festgestellt.
Das Freibad ist Teil eines kleinen Sees, der mehrere Meter tief ist, wie ein Sprecher sagte.


