Das Freibad Pankow von oben (Bild Imago)

Nach Tumulten in Pankow - Streit über Freibad-Einlass wird politisch

Jetzt erreicht der Vorfall sogar das Abgeordnetenhaus: Das Freibad Pankow hat am Wochenende nur Familien hineingelassen, weil junge Männer zuvor einen Bademeister angegriffen hatten. Nun hat auch der Bezirksbürgermeister diese Entscheidung der Bäderbetriebe kritisiert. Der Sportausschuss soll die Maßnahme beurteilen.

Nach den Tumulten im Freibad Pankow wird die veränderte Einlass-Politik vom vergangenen Wochenende ein Fall für das Abgeordnetenhaus. "Die Vorfälle werden Thema im nächsten Sportausschuss sein", sagte Ausschuss-Mitglied Peter Trapp (CDU) der "Berliner Morgenpost". Am Eingang müssten individuelle Entscheidungen getroffen werden, wer ins Bad dürfe und wer nicht - statt pauschal bestimmte Gruppen auszuschließen.

Auch der Pankower Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) hat die Entscheidung der Bäder-Betriebe vom Wochenende kritisiert. Er sagte am Montag im rbb, man müsse die Unruhestifter in den Griff bekommen, statt andere zu bestrafen.

"Uns ist bewusst, dass wir da eine ganz andere Route eingeschlagen haben", sagte der Sprecher der Berliner Bäder-Betriebe, Matthias Oloew. Das Unternehmen wolle sich der Diskussion stellen.

Polizei muss nach Tumulten eingreifen

Nachdem am Freitagabend etwa 50 junge Männer einen Bademeister in Pankow bedroht hatten und 60 Polizisten schlichtend eingreifen mussten, waren am Wochenende nur noch Familien in das Bad gelassen worden. Bereits eine Woche zuvor war die Polizei nach Pankow gerufen worden, als es am Eingang des Freibades wegen Überfüllung zu Tumulten gekommen war.

Es sei das erste Mal bei den Berliner Bäder-Betrieben gewesen, dass der Eintritt in dieser Art reglementiert worden sei, sagte Oloew. Ob dieser Weg möglicherweise erneut eingeschlagen werde, wenn es zu Tumulten kommen sollte, sei von der aktuellen Diskussion über das Vorgehen abhängig. Von den Gästen in dem Bad habe es "sehr positive" Reaktionen gegeben. Einige Besucher wiederum, die vor dem Eingang gestanden und nicht in das Bad gekommen seien, hätten sich geärgert, sagte Oloew.

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Thomas Kleineidam, fordert kurzfristig mehr Sicherheitspersonal - und langfristig Konfliktlotsen: "Das hat sich in anderen Bädern bewährt." Auch er lehnte pauschale Eintritts-Restriktionen ab.

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