
Attacke geschah bereits im Mai - Berliner Polizei sucht mit Kamerabildern nach U-Bahn-Schlägern
Wieder ein Übergriff, wieder in der Berliner U-Bahn - doch die Tat passierte bereits im Mai: Fünf Jugendliche gehen auf einen schlafenden 17-Jährigen los, schlagen und bespucken ihn. Jetzt sucht die Berliner Polizei mit Bildern einer Überwachungskamera nach den Tätern.
Die Berliner Polizei sucht wieder einmal mit Bildern aus einer Überwachungskamera nach jungen U-Bahn-Schlägern. Die fünf Unbekannten waren am 19. Mai nachts in einem Zug der Linie U2 in Richtung Pankow auf einen schlafenden 17-Jährigen losgegangen.
Zunächst weckten und bespuckten sie ihn. Anschließend schlugen und traten sie auf den Jugendlichen ein.

Am U-Bahnhof Gleisdreieck verließen Täter und Opfer den Zug. Die Schläger versuchten, den 17-Jährigen zum Ausgang des Bahnhofs zu drängen. Zeugen konnten dies jedoch verhindern.
Immer wieder fahndet die Berliner Polizei mit Bildern aus Überwachungskameras nach jungen U-Bahn-Schlägern. Ein Sprecher sagte, man habe gute Erfahrungen damit gemacht. Häufig führe das dazu, dass die Täter überführt werden.
Überwachungskameras in Bussen, Straßenbahnen und allen U-Bahn-Wagen
In den Berliner U-Bahnen, Bussen, Trams und auf Bahnhöfen hat es 2012 mehr als 3.000 Gewalttaten gegeben, hieß es im April diesen Jahres. Insgesamt wurden 3.183 Fälle von Körperverletzung, Raub, Nötigung und Sexualstraftaten verzeichnet. Das ging damals aus einer Antwort der Innenverwaltung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck hervor. Die Zahlen sind insgesamt rückläufig.
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) verweisen darauf, dass vor allem die ausgedehnte Überwachung mit Videokameras für Besserung gesorgt habe. Laut BVG werden seit 2012 alle U-Bahnhöfe gefilmt - 2010 waren es nur halb so viele. Auch in allen U-Bahn-Wagen, in rund 80 Prozent der Busse und in jeder zweiten Tram sind Kameras installiert.

Seit Freitag hat die Polizei zudem die Möglichkeit, das Geschehen auf drei Berliner U-Bahnhöfen live zu beobachten und einzugreifen. Die Beamten sitzen dafür in der BVG-Verkehrssicherheitszentrale vor den Monitoren. Wenn sie Straftaten sehen, können sie sofort zum Telefon greifen und einen Einsatz auslösen.
Für die Überwachung ausgewählt wurden die Bahnhöfe Alexanderplatz, Zoologischer Garten und Kottbusser Tor, die als Kriminalitätsschwerpunkte gelten. Auf die Überwachung weisen Schilder in den Bahnhöfen hin.
In der Vergangenheit war es in U-Bahnhöfen wiederholt zu schweren Gewalttaten gekommen. Die Polizei konnte zwar anschließend die Videos der BVG auswerten, dadurch aber nur verzögert reagieren. Von der Live-Überwachung versprechen sich die Sicherheitskräfte ein effektiveres Vorgehen bei Straftaten.

