
Nach brutaler Attacke in Berlin-Moabit - Obdachlose Frau misshandelt - jahrelange Haftstrafen
Der brutale Angriff hatte für Aufsehen gesorgt: Im Januar wurde eine 33-jährige Frau in einem leerstehenden Haus im Berliner Stadtteil Moabit von zwei Männern vergewaltigt und fast zu Tode geprügelt. Nun wurden zwei Männer zu Gefängnisstrafen von fast vier bzw. siebeneinhalb Jahren verurteilt.
Es war Ende Januar, es herrschte klirrende Kälte. Die wohnungslose gelernte Erzieherin suchte Schutz in einem unbeheizten Haus in der Rostocker Straße in Berlin-Moabit. Plötzlich wird sie von zwei Männern angegriffen. Sie verprügeln die Frau, vergewaltigen sie und würgen sie dabei fast zu Tode. Zufällig hören andere Obdachlose ihre Schreie und rufen die Polizei. Die ist kurze Zeit später da - und finden die beiden mutmaßlichen Täter neben ihrem blutüberströmten Opfer hockend.
Frau schwebte in Lebensgefahr
Einer der Männer, ein 40-Jähriger, wurde am Freitag vom Berliner Landgericht zu sieben Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt. Er hat sich nach Überzeugung der Richter sexuell an der Obdachlosen vergangen; durch brutales Würgen und Tritte gegen Kopf und Körper habe er die Frau in Lebensgefahr gebracht, heißt es im Urteil.
Diskussion über die Sicherheit obdachloser Frauen
Ein 36-Jähriger, der laut Gericht beteiligt war, muss drei Jahre und zehn Monate in Haft. Die ebenfalls wohnungslosen Männer waren bei der Tat betrunken. Der 40-Jährige soll in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden.
Der Fall löste eine Diskussion über die Sicherheit von obdachlosen Frauen aus. Neun von zehn von ihnen haben laut einer Studie sexuelle Gewalt am eigenen Leib erlebt. Wie viele obdachlose Frauen auf den Straßen Berlins leben, ist nicht erfasst. Es gibt nur wenige Notunterkünfte.


