Das Wort Analphabetismus zwischen Buchstaben auf einer Magnettafel (Bild: imago)

Weltalphabetisierungstag - 125.000 Brandenburger können nicht richtig lesen und schreiben

Viele Menschen verschweigen und verheimlichen, dass sie Analphabeten sind. 7,5 Millionen Menschen in Deutschland können nicht richtig lesen und schreiben, davon etwa 125.000 allein in Brandenburg. Ein Netzwerk in Potsdam will helfen, doch die Kontaktaufnahme fällt schwer.

125.000 Menschen in Brandenburg haben Schätzungen zufolge eine Lese- und Schreibschwäche, sind also Analphabeten unterschiedlichen Grades. Mehr als 14.000 davon leben in Potsdam.

"Wer selbst einfache Texte nicht verstehen und nicht verfassen kann, ist massiv eingeschränkt in seinem Leben", sagte Bildungsministerin Martina Münch (SPD) vor dem Weltalphabetisierungstag am Sonntag. Wichtig seien darum Hilfsangebote.

Volkshochschulen bilden auch Erwachsene weiter

In Brandenburg sei dafür 2004 ein Gesamtkonzept entwickelt worden. Dessen Kernstück ist laut Bildungsministerium das Angebot "Grundbildung für Erwachsene". Das Programm wird seit 2006 in vielen Städten und Landkreisen angeboten.

Die Maßnahmen würden in diesem und im nächsten Jahr mit insgesamt 200.000 Euro vom Land und mit EU-Geldern unterstützt. 2013 gebe es landesweit rund 70 Kurse der Grundbildung, die 14 Veranstalter anböten.

Dazu gehören vor allem die Volkshochschulen im Land. "Die größte Herausforderung ist, die Betroffenen zu erreichen", sagte die Potsdamer Grundbildungsbeauftragte Katrin Wartenberg. Denn Analphabetismus sei nach wie vor ein Tabu-Thema. 

In Potsdam gebe es deshalb seit 2008 das Netzwerk Alphabündnis, dem 20 Organisationen angehören. "So wollen wir die direkte Ansprache der Betroffenen sicherstellen", sagte Wartenberg.

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