Video: Carsten Krippahl, Brandenburg Aktuell | 25.09.2013

25.09.2013 | Aktionstag gegen Glücksspielsucht - Experten: 9.000 Spielsüchtige in Brandenburg

Hohe Schulden, Probleme in der Familie: Obwohl Glücksspielsucht ernste Folgen hat, nehmen in Brandenburg nur wenige Betroffene Hilfsangebote wahr- bei einer wachsenden Zahl von Süchtigen. Im ganzen Land soll es Schätzungen zufolge etwa 9.000 krankhafte Spieler geben.

Hohe Schulden, Probleme in der Familie, soziale Vereinsamung – dass sind oft die Folgen von Spielsucht. Und die Betroffenen spielen nicht selten weiter, um vor diesen Problemen zu fliehen, ein Teufelskreis.

9.000 Menschen sollen im Land Brandenburg krankhaft Glücksspiel betreiben, so schätzen Experten. Weitere 10.000 Menschen haben zumindest Probleme damit, ihr Spielverhalten zu kontrollieren.

Etwa 80 Prozent der Betroffenen würden an Geldspielautomaten spielen, sagte Andrea Herdeling von der Landesstelle für Suchtfragen anlässlich des bundesweiten Aktionstages gegen Glücksspielsucht am Mittwoch. Allerdings gebe es noch keine aussagekräftige Studie zur Nutzung von Glücksspielen im Internet.

Doch trotz der beachtlichen Zahl der krankhaften Spieler, nur wenige Betroffenen nehmen angebotene Hilfsangebote wahr. Im vergangenen Jahr waren es laut Herdeling nur rund 300, die regelmäßig beraten wurden. Viele suchten viel zu spät Hilfe, so die Expertin.

Spielhallen seien gefährlich, so die Herdeling, weil sich Betroffene dort nicht selbst ausschließen könnten. "Beim Lotto oder in Spielbanken gibt es Sperrsysteme, in die man sich eintragen lassen kann." Das gebe es bei Spielhallen nicht.

In Brandenburg regelt ein Gesetz seit diesem Jahr den Mindestabstand der Hallen zueinander. Zudem ist die Außenwerbung stark eingeschränkt. Aus Sicht der Berater sind diese Regelungen ein wichtiger Beitrag zur Suchtprävention.