Frau bedient Spielautomaten (Foto: dpa)

Wettbüros in Berlin durchsucht - Berliner Polizei geht auf Jagd nach illegalen Spielautomaten

Die Berliner Polizei hat den Aktionstag gegen Glücksspielsucht für einen ganz speziellen Einsatz genutzt: Sie durchsuchte verschiedene Berliner Wettbüros. Insgesamt hat sie dabei mehr als 50 illegal aufgestellte Spielautomaten entdeckt und beschlagnahmt. Und auch das darin befindliche Geld nahmen die Beamten mit.

Bei Durchsuchungen in Berliner Wettbüros hat die Polizei 54 illegal aufgestellte Geldspielautomaten entdeckt. Ermittler waren am Mittwoch an 15 Orten im Einsatz, darunter auch in den Wohnungen von Betreibern. Bei den unerlaubterweise aufgestellten Automaten wurde auch das darin befindliche Geld sichergestellt.

Acht Ermittlungsverfahren wegen illegalen Glücksspiels hat die Polizei eingeleitet. Zwei weitere Verfahren wurden wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittel- sowie Waffengesetz eingeleitet. Insgesamt waren 85 Beamte im Einsatz.

Der Bezirk Neukölln sei Schwerpunkt des Polizeieinsatzes gewesen, sagte ein Sprecher. Aber auch in Berlin-Wedding seien die Beamten unterwegs gewesen. Weitere Wettbüros sind in Tempelhof, Steglitz und Charlottenburg durchsucht worden. Verdächtige seien nicht festgenommen worden.

Immer wieder würden Betreiber von Wettbüros Automaten in ihren Räumen anbringen, obwohl es verboten sei. "Gegen die Verordnung wird aber vielfach verstoßen", sagte der Sprecher. Welche Summen die Betreiber eingenommen hätten, sei bisher unklar.

Geldautomat (dpa, Archivbild)
Schulden und Familenprobleme: Spielsucht kann verschiedene Folgen haben.

Bundesweiter Aktionstag gegen Glücksspielsucht

Die polizeilichen Durchsuchungen in Berliner Wettbüros seien ganz bewusst auf den bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht gelegt worden, hieß es. Der Aktionstag soll auf das Problem aufmerksam machen.

Allein im Land Brandenburg sollen 9.000 Menschen krankhaft Glücksspiel betreiben, so schätzen Experten. Weitere 10.000 Menschen haben zumindest Probleme damit, ihr Spielverhalten zu kontrollieren.

Etwa 80 Prozent der Betroffenen würden an Geldspielautomaten spielen, sagte Andrea Herdeling von der Landesstelle für Suchtfragen am Mittwoch. Allerdings gebe es noch keine aussagekräftige Studie zur Nutzung von Glücksspielen im Internet.