Rechte: geskes.hack Landschaftsarchitekten, VIC Brücken und Ingenieurbau, Kolb Ripke Architekten

IGA 2017 in Berlin - Naturschützer klagen über IGA 2017

Die Ideen und Entwürfe für die Internationale Gartenausstellung im Jahr 2017 rufen erste Kritiker auf den Plan. In Marzahn-Hellersdorf soll ein Erlebnis- und Grünflächenpark entstehen - inklusive Seilbahn, Wolkenhain und Seecafé. Naturschützer aber sehen den Lebensraum vieler bedrohter Vögel in Gefahr.

Die Entwürfe für die Internationale Gartenausstellung 2017 in Berlin stoßen bei Naturschützern auf Widerstand. Sie befürchten einen starken Eingriff in die Planzen- und Tierwelt. Nach der Planung von "geskes.hack Landschaftsarchitekten" (Berlin) und "VIC Brücken und Ingenieurbau" (Potsdam) soll nämlich in der Mitte des Geländes auf dem Kienberg ein Aussichtsrundgang gebaut werden. Zu diesem soll vom östlichen Eingang des IGA-Geländes eine Seilbahn führen, mit der die Besucher dann weiter bis zu den Gärten der Welt gelangen.

"Natur nicht wegrationalisieren"

Die Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN) erklärte am Dienstag, dass die Planungen für die Seilbahn und für die neue Wege- und Brückenverbindung den  „sensibelsten Teil des Wuhletals“ berührten. Sie fordern diese Projekte nicht umzusetzen. „Die Berliner Naturschutzverbände bedauern es, dass die Chance für eine internationale Gartenausstellung mit einer klaren Naturschutzorientierung nur unzureichend genutzt worden ist“, so Torsten Hauschild, Vorsitzender der BLN.

Auch Frank Beiersdorf (Die Linke), umweltpolitischer Sprecher seiner Fraktion im Bezirksparlament Marzahn-Hellersdorf, kritisiert die Planungen. "Man kann nicht Natur erleben, wenn man sie durch Betonbauten wegrationalisiert", sagte Beiersdorf rbb online. "Für ein Wolkenschloss, Seecafé und andere Spielereien werden Lebensräume von vielen auf der Roten Liste stehenden Vogelarten vernichtet."

Anders sieht das der für Wirtschaft und Stadtentwicklung zuständige Stadtrat von Marzahn-Hellersdorf, Christian Gräff (CDU). Er bezeichnete den Entwurf als "herausragenden architektonischen Umsetzungsvorschlag". Gräff erklärte: "Das spektakuläre Aussichtsbauwerk auf dem Kienberg und die zugleich behutsame Weiterentwicklung des Wuhletals werden Marzahn-Hellersdorf zu einem der touristischen Anziehungspunkte Berlins machen."

Ausstellung geplant

Bürger können vom 14.09. bis zum 27.09 in der Markthalle Marzahn, Blumberger Damm 130, eine Ausstellung mit sämtlichen eingereichten Entwürfen zum Wettbewerb besichtigen.
Öffnungszeiten: täglich, montags bis freitags: 15.00 bis 19.00 Uhr, samstags und sonntags: 11.00 bis 15.00 Uhr

Öffentliche Führungen werden angeboten am Sa 14.09., 11.00 Uhr, So 15.09., 11.00 Uhr, Sa 21.09., 11.00 Uhr

Der Eintritt ist frei.


Siegerentwurf für die IGA 2017