
Blutproben von 400 Schülern - Eine ganze Schule auf Tuberkulose getestet
Nach der Erkrankung einer Schülerin an offener Lungentuberkulose in Prenzlau hat der Landkreis am Montag damit begonnen, Blutproben von 400 Mitschülern zu untersuchen. Zuvor waren bereits bei sechs weiteren Personen Infektionen entdeckt worden. Noch immer ist unklar, wo die 14-Jährige sich angesteckt hat.
Wenn Tuberkulose behandelt wird, dann ist die Krankheit relativ gut in den Griff zu bekommen. Nach der Erkrankung einer Schülerin an offener Lungentuberkulose (TBC) in Prenzlau (Uckermark), lässt der Landkreis deswegen weitere Blutproben von 400 Mitschülern untersuchen. Am Montag fand im Christa-und-Peter-Scherpf-Gymnasium in Prenzlau die Blutabnahme statt. Die Befunde sollen eine Woche später vorliegen.
Die hochansteckende Erkrankung der 14-Jährigen war den Behörden Mitte Juni gemeldet worden. Bei ersten Tests unter 200 engen Kontaktpersonen des Kindes wurden der Kreisverwaltung zufolge sechs weitere, aber nicht ansteckende Infektionen in unterschiedlichen Stadien entdeckt. Betroffen sind sechs Schüler, die behandelt wurden, einer davon im Krankenhaus. Untersucht wurden auch Familienangehörige, Freunde, Sportkameraden und die Lehrer.
Alle Schülerinne und Schüler des Gymnasiums werden untersucht
Der 14-Jährigen gehe es nach der Behandlung in einer Spezialklinik wieder gut, sagte die Amtsärztin des Kreises, Michaela Hofmann. Sie gilt als nahezu geheilt. Allerdings ist noch immer nicht klar, wo sie sich angesteckt hat. Auch deswegen hat Hofmann die weiteren Untersuchungen angeordnet. "Wir haben jetzt entschieden, sämtliche Kinder des Gymnasiums zu untersuchen", so die Ärztin im rbb. Per Blutabnahme soll festgestellt werden, ob sich bei ihnen Antikörper gebildet haben oder ob sogar schon weitere Erkrankungen vorliegen.
Laut Gesundheitsministerium ist die Zahl der TBC-Neuinfektionen im Land schwankend - den Höchststand der letzten Jahre gab es 2010 mit 101 Fällen. In diesem Jahr wurden bislang 65 Infektionen gemeldet.

