
Über 43 Millionen Euro Verlust - Bäderbetriebe erwirtschaften sattes Minus
Seit Langem schon stecken die Berliner Bäderbetriebe in wirtschaftlichen Schwierigkeiten - allein im vergangenen Jahr stand unterm Strich ein Minus von 43,4 Millionen Euro. Der Grund: Viele Bäder sind in einem heruntergekommenen Zustand, es kommen immer weniger Gäste.
Die Berliner Bädern haben im vergangenen Jahr ein Minus von 43,4 Millionen Euro eingefahren. Das steht in einer Antwort des Sportsenators Frank Henkel (CDU) auf eine parlamentarische Anfrage, die jetzt öffentlich wurde. Hauptgrund für das Defizit ist offenbar die immer weiter schwindende Besucherzahl.
Dieses Defizit ist für die Bäder allerdings nicht existenzbedrohend, denn jedes Jahr bekommen sie vom Senat einen Zuschuss von 45 Millionen Euro, mit dem sie solche Fehlbeträge ausgleichen können. Anders ausgedrückt: Den Bädern blieben im vergangenen Jahr 1,6 Millionen Euro, die sie für anderes ausgeben konnten, beispielsweise zum Sanieren maroder Bäder. Dafür bekommen die Hallen und Freibäder vom Land Berlin jedes Jahr zusätzlich noch einmal fünf Millionen Euro überwiesen.

Über 70 Millionen aus Sondersanierungsprogramm
Auch wenn über ein Sondersanierungsprogramm für Berlins Bäder in den vergangenen Jahren mehr als 70 Millionen Euro in die Sanierung gesteckt wurden, ist der Zustand der Bäder inzwischen schlechter als vor Beginn der Sanierungswelle. Das liegt daran, dass auch das zusätzliche Geld nicht reichte, um den Sanierungsrückstau aufzuholen. Denn während das eine Bad saniert wurde, verfiel das nächste. Dazu kommt, dass einige Bäder nach der Sanierung deutlich weniger Attraktionen boten als davor, wie beispielsweise das Stadtbad Schöneberg. Im Ergebnis gehen seit Jahren die Besucherzahlen zurück.
Berlin Schlusslicht im Großstadtvergleich
Im Vergleich zu anderen Städten wie Stuttgart, München oder Hamburg liegt Berlin auf dem letzten Platz was die Kostendeckung angeht. In der Hauptstadt werden über die Eintrittspreise nur 32 Prozent der Kosten für die Bäder abgedeckt, in Hamburg dagegen 62 Prozent, in München 61 Prozent und in Stuttgart immerhin noch 54 Prozent. Diese Zahlen stehen in dem neuen Konzept des Bäderchefs an das Berliner Abgeordnetenhaus, das dem rbb vorliegt. Am Freitag wird der Aufsichtsrat der Bäderbetriebe über dieses Papier beraten. Ziel des Konzepts ist es, mehr Menschen in die Bäder zu bekommen. Das soll erreicht werden, in dem einige Bäder besser ausgestattet werden, außerdem sollen nach dem Willen des Bäderchefs die Eintrittspreise steigen. Ob diese Pläne angenommen werden, entscheidet nun der Aufsichtsrat.


