Weniger Alkohol und Zigaretten - Drogenkonsum bei Brandenburger Jugendlichen rückläufig
Die Brandenburger Jugendlichen rauchen und trinken weniger als vor acht Jahren. Beim Haschisch sieht es allerdings etwas anders aus: Zwar kiffen weniger Jugendliche jeden Tag, mehr greifen dafür wöchentlich zum Joint. Sorgen macht der Landesdrogenbeauftragten zudem der steigende Medikamentenmissbrauch.
Brandenburgs Jugendliche konsumieren weniger legale und illegale Drogen als noch vor einigen Jahren. Das kam bei einer Befragung zum Suchtmittelkonsum unter Zehntklässlern heraus, deren Ergebnisse Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) am Montag vorstellte. Der regelmäßige Tabak-, Alkohol- und Haschisch-Konsum von Zehntklässlern sei weniger geworden, sagte Tack.
Die Zahl der täglich rauchenden Jugendlichen hat sich im Vergleich zur Erhebung vor acht Jahren mit 16 Prozent etwa halbiert. Auch der Alkoholkonsum nahm spürbar ab: Während bei der Umfrage 2004/2005 noch 34 Prozent der Jungen und 18 Prozent der Mädchen einräumten, regelmäßig Alkohol zu trinken, waren es aktuell (2012/2013) noch 19 beziehungsweise 10 Prozent.
"Das sind Erfolge unserer Initiativen 'Brandenburg rauchfrei" und zum verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol", sagte Gesundheitsministerin Tack. Am Mittwoch wollen Experten aus den Verwaltungen, von Krankenkassen, Freien Trägern und Selbsthilfegruppen bei der 5. Landessuchtkonferenz über die weitere Präventionsarbeit beraten.

Die positive Entwicklung hatte sich schon bei der vorhergehenden Befragung 2008/2009 abgezeichnet. Damals rauchten noch rund 22 Prozent der Jugendlichen täglich, 29 Prozent der Jungen und 13 Prozent der Mädchen tranken regelmäßig Alkohol.
Zweigeteilt ist aktuell das Bild beim Haschischkonsum: Während der tägliche Konsum auf unter 1 Prozent gesunken ist, stieg die Zahl der wöchentlichen Nutzer auf 3,5 Prozent (Jungen) beziehungsweise 1,6 Prozent (Mädchen).
Medikamentenmissbrauch nimmt zu
Aus Sicht der Landessuchtbeauftragten Ines Weigelt-Boock ist die positive Bilanz Ergebnis eines Wertewandels: "Nach der Flower-Power-Kultur der 68er und der Leistungskultur der 90er zeigt sich die Jugend heute insgesamt ruhiger und bewusster." Sorge bereitet ihr allerdings zunehmender Medikamentenmissbrauch: 1,7 Prozent der jungen Frauen und 1,3 Prozent der Jungen gaben an, täglich stimmungsbeeinflussende Medikamente zu nehmen (2005: 0,9 Prozent). "Gerade Mädchen machen sich großen Leistungsdruck in der Schule", erklärte Weigelt-Boock. "Da ist Aufklärung nötig, dass dies auch ohne Stimmungsaufheller zu bewältigen ist."
Auch die Erwachsenen in Brandenburg sind im Umgang mit Suchtmitteln vernünftiger geworden. Nach einer aktuellen Studie des Robert-Koch-Instituts rauchte im vergangenen Jahr nur noch jeder fünfte Erwachsene regelmäßig, drei Jahre zuvor war es noch jeder Vierte. Und während 2009 noch fast die Hälfte der jungen Erwachsenen bis 29 Jahre angab, in riskantem Ausmaß Alkohol zu trinken, war es in der aktuellen Erhebung nur noch jeder Dritte.



