
Neue Hausdurchsuchung - Witwe des getöteten Steuerberaters im Visier der Ermittler
Im Fall des getöteten Steuerberaters im Berliner Westend ist die Witwe des Opfers ins Zentrum der Ermittlungen gerückt. Die Staatsanwaltschaft führt sie jetzt als Beschuldigte. Erneut wurden Kanzlei und Wohnung in der Leistikowstraße durchsucht. Die Tatwaffe bleibt verschwunden.
Zwei Monate nach den tödlichen Schüssen auf einen Steuerberater im Berliner Westend gilt nun die Witwe als Beschuldigte. Das bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner.
Warum die Frau in den Fokus der Ermittlungen gerückt ist, ist noch nicht bekannt. Sie ging am Montag freiwillig zu einer erkennungsdienstlichen Behandlung bei der Polizei. Das heißt, dass Fotos von ihr gemacht und ihre Fingerabdrücke abgenommen wurden. Außerdem wurden von einem ihrer beiden Söhne eine DNA-Probe genommen.
Tatwaffe bleibt verschwunden
Zuvor waren die Kanzlei und die Wohnung des Opfers in der Charlottenburger Leistikowstraße erneut von Beamten durchsucht worden. Die Tatwaffe, mit der der 49-jährige am 12. August erschossen worden war, wurde aber nicht gefunden.
Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, verlief alles problemlos und war gegen Mittag abgeschlossen.

Streitigkeiten innerhalb der Familie
Schon unmittelbar nach der Tat waren die Witwe und ihre beiden Söhne im Alter von 16 und 18 Jahren unter Verdacht geraten. Die jungen Männer wurden festgenommen, aber nach kurzer Zeit wieder auf freien Fuß gesetzt, da die Beweise für einen dringenden Tatverdachtfehle nicht ausreichten.
Ein Gutachten, das über Schmauchspuren an den Händen der Verdächtigen angefertigt wurde, blieb ohne belastbares Ergebnis.
Über einen familiären Hintergrund der Tat war von Anfang an spekuliert worden. Nachbarn hatten von Streitigkeiten in der Familie berichtet. Der Steuerberater soll bereits vor einiger Zeit zuhause ausgezogen sein und vorübergehend in einer Gartenlaube gewohnt haben.

