Stadt wirbt mit neuem Titel - Schwedt jetzt auch "Nationalparkstadt"
Schwedt an der Oder ist die Geburtsstadt von Schwimmerin Britta Steffen, aus Schwedt kommt Boxer Danilo Häusler und in Schwedt steht die PCK-Raffinerie. Die Stadt selbst wirbt seit Dienstag allerdings ein wenig anders um Aufmerksamkeit für sich: "Nationalparkstadt" ist der neue Titel, der nun die Ortsschilder ziert. Von Katja Geulen
Brandenburgs einziger Nationalpark ist ein Touristenmagnet. Rund 200.000 Besucher kommen jedes Jahr, um sich die Natur in der Flußaue des Unteren Odertals anzuschauen. Kranichwochen, Singschwantage und Kanufahrten locken Gäste an, vor allem aus dem nahegelegenen Berlin, aber auch aus ganz Europa.
Was die wenigsten jedoch wissen: Die Stadt Schwedt - wenn überhaupt eher für ihre Industrie und die Plattenbauten bekannt - liegt mitten im Nationalpark. Was wie ein Widerspruch aussieht, ist längst keiner mehr. Und so zeigt Schwedt seit Dienstag auch stolz auf seinen Ortseingangschildern den Titel "Nationalparkstadt". Nach Angaben des brandenburgischen Umweltministeriums ist die Kommune damit die erste Nationalparkstadt Deutschlands, die auch offiziell als solche Auftritt.
An einem Strang ziehen
Enthüllt haben das Schild an der Stadtbrücke Bürgermeister Jürgen Polzehl (SPD), Nationalparkleiter Dirk Treichel und die Geschäftsführerin des hiesigen Tourismusvereins Susanne Pätzold. Sie demonstrierten, was noch vor zehn Jahren nicht selbstverständlich war: dass hier alle an einem Strang ziehen.
Denn der Nationalpark hatte anfangs durchaus Akzeptanzprobleme in der Region, erinnert sich Dirk Treichel: "Es gab Zeiten, da hat sich die Region von der Nationalparkplanung nicht richtig mitgenommen gefühlt.“ Schwedt habe dem Nationalpark durchaus kritisch gegenüber gestanden. "Doch in den letzten Jahren hat sich eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit mit der Stadt entwickelt, und es freut mich persönlich sehr, dass sich das nun auch im Titel im Ortsschild ausdrückt."

Langer Weg zum gelben Ortsschild
Bürgermeister Jürgen Polzehl sieht das genauso. Man merkt den beiden an, dass sie den langen Weg zu dem gelben Ortsschild gemeinsam bestritten haben. Ein neues Landesgesetz gestattet es den Kommunen seit März, ihrem Ortsnamen Zusatzbezeichnungen zu geben, wenn eine Mehrheit der Kommunalvertreter zustimmt. Polzehl hatte zwar von Anfang an die Unterstützung der meisten Stadtverordneten, doch einige Ortsteile wollten sich nicht allein über den Nationalpark identifizieren.
Doch seit dem 5. September liegt der Beschluss vor, und nun steht auch das erste von zehn Schildern im Stadtgebiet. Das Schild soll jedoch nicht nur Einigkeit kommunizieren, sondern auch Außenwirkung zeigen. Damit löst sich die Stadt in einem weiteren Schritt von ihrem Plattenbau – und Industrieimage. "Es ist ein Alleinstellungsmerkmal. Wir haben hier nun mal den einzigen Flußauen-Nationalpark Deutschlands vor der Haustür und damit wollen wir auch werben und noch mehr Touristen anlocken, damit sie diese einzigartige Natur erleben", erklärt Polzehl.
Das Ortsschild als Souvenir
Die Geschäftsführerin des Tourismusvereins Unteres Odertal, Susanne Pätzold, ist sich sicher, dass der Titel Nationalparkstadt dazu beiträgt, dass mehr Besucher die Stadt als "Tor zum Nationalpark" sehen und nutzen. Sie hofft auf mehr Übernachtungen und mehr Tagesgäste auch in der Schwedter Innenstadt. Als Souvenir hat sie bereits kleine Magnete mit dem Motiv des neuen Orsteingangsschilds herstellen lassen.



