Beamte durchsuchen ein Casino-Café in der Sonnenallee in Berlin (Quelle: dpa)
Video: Abendschau | 22.10.2013 | Beitrag von Andreas Jöhrens

22.10.2013 | 50 Spielhallen und Wettbüros kontrolliert - Polizei-Razzia gegen illegales Glücksspiel in Berlin

Mit einer groß angelegten Kontrolle ist die Berliner Polizei am Dienstag gegen illegales Glücksspiel vorgegangen: Fast 90 Fahnder durchsuchten stundenlang Spielhallen, Wettbüros und Café-Casinos. Der Schwerpunkt der Razzia lag in der Sonnenallee in Neukölln, es gab mehrere Strafanzeigen.

Sportwetten und Glücksspiel sind ein lukratives Geschäft - vor allem wenn man es illegal veranstaltet. Die Berliner Polizei hat sich dieses Thema am Dienstag wieder vorgenommen.  50 Spielhallen, Wettbüros und sogenannte Café-Casinos wurden durchsucht. "Ziel ist die Bekämpfung des illegalen Glücksspiels", sagte Sprecherin Valeska Jabukowski dem rbb. Es seien mehrere Strafanzeigen gestellt worden, weil mehr Spielautomaten als erlaubt aufgestellt wurden oder an Orten, für die keine Genehmigung vorliegt.

Allein in der Sonnenallee in Neukölln gibt es um die 35 Spielstätten. Rund 90 Fahnder waren während der mehrstündigen Aktion vor allem dort im Einsatz. Die Federführung der Razzia lag beim Berliner Landeskriminalamt, aber auch die Steuerfahndung und das Ordnungsamt waren beteiligt. Die Polizei geht davon aus, dass es in einer großen Zahl der Spielstätten illegales Glücksspiel gibt.

Razzia gegen illegales Glücksspiel in der Sonnenallee in Berlin ein Casino-Café (Quelle: dpa)

Illegale Geldspielautomaten in Wettbüros

Die Beanstandungsquote liege bei 80 bis 90 Prozent, hieß es dazu vorab. Laut LKA gibt es in der ganzen Stadt etwa 600 Spielhallen, 300 Wettbüros und schätzungsweise an die 2.500 Café-Casinos mit oft mehreren illegal aufgestellten Spielautomaten. Der Schaden gehe in die Millionen: "Das ufert aus", sagte LKA-Dezernatsleiter Stephan Strehlow

Es handelte sich am Montag nicht um die erste Aktion gegen illegales Glücksspiel. Erst im September durchsuchte die Polizei Berliner Wettbüros und entdeckten dabei 54 illegal aufgestellte Geldspielautomaten. Ermittler waren an 15 Orten im Einsatz, darunter auch in den Wohnungen von Kasino-Betreibern. Bei unerlaubterweise aufgestellten Automaten wurde zudem das darin befindliche Geld sichergestellt.

Betreiber nutzen Lücken

Immer wieder bringen Betreiber von Wettbüros Automaten in ihren Räumen an, obwohl es verboten ist.

Der Sportwettenmarkt wurde mit dem Glücksspielstaatsvertrag vom 1. Juli 2012 für Privatanbieter geöffnet. Die Länder konnten zwar am staatlichen Lottomonopol festhalten, der Markt musste aber liberalisiert werden. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte im Frühjahr einen Entwurf vorgelegt, mit dem die Spielsucht in Spielhallen und Gaststätten stärker bekämpft und der Spieler- und Jugendschutz verbessert werden soll. Die geplante Verschärfung der Glücksspielverordnung könnte aber am Streit zwischen Bund und Ländern scheitern. Laut Berliner LKA nutzen die Spielstättenbetreiber die unklare rechtliche Lage aus.

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