
Testessen an Berliner Schulen - Neue Caterer braucht das Land
Ob Suppe, Spaghetti oder Spinat: Testjurys aus Eltern, Lehrern und Schülern verkosten seit Mittwoch das Essen verschiedener Catering-Dienste. Die Sieger dürfen ab Februar das Schulessen liefern. Künftig sollen die Kinder bessere und gesündere Speisen bekommen. Dafür greifen die Eltern wie auch das Land Berlin deutlich tiefer in die Tasche.
In Berlins Schulen werden jetzt die Menü-Angebote verschiedener Caterer getestet. Den Auftakt machten am Mittwoch die Grundschulen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, teilte die Senatsbildungsverwaltung mit. Bei der Auswahl neuer Essenslieferanten, die ab Februar die Schulen versorgen sollen, dürfen Eltern, Lehrer und auch Schüler mitentscheiden.
Jede Schule hat ein eigenes drei- bis sechsköpfiges Gremium. Auf der Grundlage der Jury-Urteile legen dann die Schulämter fest, welcher Caterer den Zuschlag erhält. Bis zu drei Kinder dürfen die angebotenen Mahlzeiten kosten und die Testjurys beratend unterstützen.
Hintergrund der Testaktion sind die verschärften Qualitätsstandards, die der Senat nach mehreren Fällen von verunreinigtem Schulessen beschlossen hatte. Vor rund einem Jahr lösten verseuchte Erdbeeren im Schulessen eine Massen-Erkrankung unter Schülern aus.
Danach kündigte die Bildungsverwaltung an, sie wolle für mehr Qualität auf den Tellern der Schüler sorgen. Künftig solle nicht mehr der Preiswettbewerb, sondern der Wettbewerb um die Qualität entscheidend sein, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) Ende September.
Keine Geschmacksverstärker, mehr Obst
Nach den neuen Standards dürfen Caterer zum Beispiel keine Geschmacksverstärker, künstliche Farbstoffe und Aromen einsetzen. Zudem müssen mindestens 15 Prozent des Angebots aus ökologischer Produktion kommen. Die Senatsverwaltung schreibt zukünftigen Caterern auch einen bestimmten Anteil von Frischobst und Gemüse pro Mahlzeit vor.
Im Gegenzug für bessere und gesündere Nahrungsmittel bekommen die Caterer mehr Geld: So steigt der Festpreis der Mahlzeiten von 1,98 auf 3,25 Euro. Eltern müssen dadurch 37 statt bisher 23 Euro im Monat für die Schulverpflegung berappen. Doch auch das Land Berlin hebt seinen Zuschuss deutlich von 10,4 Millionen Euro auf 19,5 Millionen Euro an.

