Ein leerer Kinderspielplatz vor einem Mehrfamilienhaus im Oderbruchort Golzow (Quelle: dpa)
Video: Brandenburg aktuell | 24.10.2013 | Beitrag von Andreas Oppermann

Zweiter Todesfall binnen einer Woche - Mutter des erstochenen Babys noch nicht in Haft

Die Mutter des erstochenen Neugeborenen in Golzow (Märkisch-Oderland) ist noch nicht in Haft. Die Frau habe die Tat bereits gestanden, hieß es. Zwar gebe es auch einen Haftbefehl, die Frau sei aber nicht transport- und haftfähig.

Die 21-jährige Mutter, die ihren neugeborenen Jungen in Golzow (Märkisch-Oderland) erstochen haben soll, ist noch nicht in Haft. Zwar gebe es einen Haftbefehl, die Frau sei aber nicht transport- und haftfähig, sagte ein Polizeisprecher am Freitag in Potsdam. Zu ihrem Aufenthaltsort wollte die zuständige Staatsanwaltschaft in Frankfurt (Oder) bisher keine Auskunft geben. Die kleine Tochter der Frau sei unterdessen bei Pflegeeltern untergebracht worden, sagte ein Sprecher des zuständigen Landkreises Märkisch-Oderland.

Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung hatte die Polizei am Donnerstag das getötete Baby gefunden. Die Mutter habe die Tötung des kleinen Jungen bereits gestanden, teilten die Polizeidirektion Ost und die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) am Donnerstag mit. Sie soll das Kind erstochen und im Keller ihres Wohnhauses versteckt haben. Gegen sie wurde Haftbefehl erlassen.

Zwei Ermittler der Kriminalpolizei gehen zu einem Mehrfamilienhaus im Oderbruchort Golzow (Quelle: dpa)
Zwei Ermittler sind auf dem Weg zu dem Mehrfamilienhaus in Golzow, wo zuvor das tote Baby gefunden wurde.

Das Kind war nach einem Hinweis im Keller eines Mehrfamilienhauses in Golzow (Märkisch-Oderland) entdeckt worden. Bewohnerin des Hauses sei die allein lebende Mutter. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft dem rbb sagte, war der Leichnam verpackt gewesen in Handtücher und eine Plastiktüte. Der Körper habe mehrere Einstiche im Brustbereich aufgewiesen, die zum Tode führten.

Laut Obduktion hat der Junge nach der Geburt gelebt und starb eines unnatürlichen Todes. Als Motiv für die Tat gab die Mutter an, überfordert gewesen zu sein. Gegen sie wird wegen Totschlags ermittelt. Der Hinweis zur Aufklärung der Tat kam aus dem Umfeld der Frau.

Bereits am Dienstag toter Säugling gefunden

Erst am Dienstag hatte die Polizei ein totes Baby in Glindow bei Potsdam gefunden. Gegen die Mutter wird wegen Totschlags ermittelt. Das Amtsgericht Potsdam erließ bereits Haftbefehl. Die 34-Jährige räumte die Tat ein.

Die Obduktion hatte ergeben, dass der kleine Junge eines unnatürlichen Todes gestorben war. Gefunden worden war das tote Baby auf dem Grundstück der Familie – vermutlich von einem Angehörigen der Mutter. Mehrere Tage hatte der Junge in ein Tuch gewickelt in einem Kompostierer gelegen. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf das Motiv der Beschuldigten.

In Brandenburg gab es mehrere Fälle von Kindstötungen. Zuletzt war in Brandenburg im Februar vergangenen Jahres ein totes Baby in Hohen Neuendorf (Oberhavel) gefunden worden. Es wurde in einer Plastiktüte auf dem Grundstück der Eltern der Mutter entdeckt, die das Kind vermutlich erstickte. Im Februar 2011 fanden Ermittler die Überreste eines toten Babys in einem Garten in Jüterbog in Brandenburg. Die Mutter und ihr Ex-Partner sollen es nach der Geburt 2009 vergraben haben. Im Juli 2005 wurden in einer Garage im brandenburgischen Brieskow-Finkenheerd bei einer Entrümpelung neun Babyleichen entdeckt. Die Mutter der Kinder hatte sie in einem mit Sand gefüllten Aquarium, in Eimern und Blumenkübeln versteckt.

Ein Kriminaltechniker sichert am 22.10.2013 in Glindow (Brandenburg) Spuren an einem Gebäude (Quelle: dpa)

Haftbefehl erlassen - Mutter gesteht Tötung ihres eigenen Kindes

Nach dem Fund einer Babyleiche in Glindow wird nun wegen Totschlags gegen die Mutter des Säuglings ermittelt. Sie habe eingeräumt, den kleinen Jungen getötet zu haben, hieß es von Seiten der Staatsanwaltschaft Potsdam. Auch die Obduktion des Kindes hatte eine unnatürliche Todesursache ergeben.