Rapper Bushido (Foto: dpa, Archiv)

"Stress ohne Grund" - Amtsgericht lässt Anklage gegen Bushido nicht zu

Bushido kann aufatmen. Der Berliner Rapper sollte sich wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Gewaltdarstellung vor Gericht verantworten. Stein des Anstoßes war sein Song "Stress ohne Grund", der mit schwulenfeindlichen Parolen durchsetzt ist. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte deswegen Anzeige erstattet. Doch das Amtsgericht Tiergarten wird die Klage nicht zulassen.

Bushidos Song-Titel "Stress ohne Grund" hat gewissermaßen eine neue Bedeutung bekommen, denn das Amtsgericht Tiergarten sieht keinen Grund, den Berliner Rapper wegen des Songs auf die Anklagebank zu setzen.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) beantwortet nach der Aufsichtsratsitzung Journalisten Fragen (Quelle: dpa)
Erstattete Anzeige: Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD)

Wie Tobias Kaehne, Sprecher der Berliner Strafgerichte, dem rbb am Freitag bestätigte, hat das Gericht die Anklage "nicht zur Hauptverhandlung zugelassen". Das Gericht hätte dies auch sehr dezidiert begründet, sagte Kaehne. Die Straftatbestände der Volksverhetzung und der Gewaltdarstellung seien aus Sicht des Gerichts nicht erfüllt gewesen. Was den Vorwurf der Beleidigung betrifft, seien die fragwürdigen Passagen noch durch die vom Grundgesetz geschützte Kunstfreiheit gedeckt.

Wowereits Anzeige war nicht die einzige

Nach zahlreichen Anzeigen, unter anderem von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), hatte die Staatsanwaltschaft Bushido im Sommer wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Gewaltdarstellung angeklagt.

Unter anderem hatte der umstrittene Rapper in seinem Song Wowereit schwulenfeindlich beschimpft und dem damaligen FDP-Bundestagsabgeordneten Serkan Tören den Tod gewünscht. Über die frühere Grünen-Chefin Claudia Roth heißt es in dem Lied: "Ich schieß auf Claudia Roth, und sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz." Roth hatte allerdings von einer Anzeige abgesehen.

Am Donnerstag hatte Bushidos Anwalt Stefan Conen im "Tagesspiegel" die Staatsanwaltschaft wegen der Anklage kritisiert. Die Behörde habe sich dem öffentlichen Druck gebeugt, sagte Conen. Sein Mandant muss sich unterdessen noch andere Vergehen vorwerfen lassen. So ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe.

Bundesprüfstelle setzte Bushidos Song auf den Index

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hatte Bushidos Song Mitte Juli auf den Index gesetzt. Laut Prüfstelle wurde der Text als gefährdend für Minderjährige eingestuft. Er wirke verrohend, reize zu Gewalttätigkeiten und diskriminiere Frauen sowie Homosexuelle, hieß es. Aufgrund der Indizierung darf die CD nur an Erwachsene verkauft werden. Außerdem darf sie in der Öffentlichkeit nicht mehr beworben und nicht über den Versandhandel vertrieben werden.

Rapper Bushido (Quelle: dpa)

Klageschrift ist zugestellt - Gericht gibt Anklage gegen Bushido offiziell bekannt

Nun ist es offiziell: Wegen des Liedes "Stress ohne Grund", in dem der Rapper Bushido mehreren Politikern den Tod wünscht, ist Anklage gegen den Musiker erhoben worden. Das hat das Amtsgericht offiziell bekannt gegeben, nachdem nun klar ist, dass Bushido die Klageschrift erhalten hat. Die Strafanzeige wurde von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und dem FDP-Politiker Serkan Tören gestellt. Das Gericht prüft nun, ob die Klage zugelassen wird.

Rapper Bushido kommt zu einem Büro seines Musiklabels in Berlin (Quelle: dpa)

Ansichten des "Jungen von der Straße" - Ein Buch wie Bushido

Anis Mohamed Youssef Ferchichi, besser bekannt als Rapper Bushido und Lieblings-Böser-Junge des Boulevard, hat ein Buch über Heimat geschrieben. Der Titel: "Auch wir sind Deutschland". Alles sehr entspannt, schreibt er. Ein Schrei nach Anerkennung und ziemlich dünn.

Bushido trifft zu einer Gerichtsverhandlung in Berlin ein. (Quelle: dpa)

Skandal-Video - Bushido-Song steht ab Freitag auf dem Index

Seit Tagen erhitzen sich die Gemüter über das neueste Lied des Rappers Bushido, in dem er unter anderem zur Gewalt gegen Politiker aufruft. Jetzt hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gehandelt: Ab Freitag darf die CD mit dem Song "Stress ohne Grund" nur noch unter dem Ladentisch verkauft werden.