
Behinderungen im S-Bahn-Verkehr - Nord-Süd-Tunnel ist komplett gesperrt
S-Bahn-Kunden müssen in den nächsten zwei Wochen mit längeren Fahrtzeiten rechnen, jedenfalls wenn sie die Linien S1, S2 oder S25 nutzen. Die maroden Gleise im Nord-Süd-Tunnel werden ausgetauscht. Dazu wurde der Tunnel zwischen Nordbahnhof und Anhalter Bahnhof komplett gesperrt.
Wegen Bauarbeiten fahren seit Freitagabend keine S-Bahnen mehr zwischen den Berliner Stationen Anhalter Bahnhof und Nordbahnhof. Bis zum 9. Dezember werden nach Angaben der S-Bahn Berlin GmbH im Nord-Süd-Tunnel 15 Kilometer Schienen erneuert.
80.000 Fahrgäste täglich sind betroffen
Betroffen sind die Linien S1, S2 und S25, auf denen werktags laut Bahn-Informationen rund 80.000 Fahrgäste unterwegs sind. Stündlich fahren in jeder Richtung bis zu 18 Züge. Dadurch sind die Schienen laut Bahn verschlissen.
Da der Mitte der 30er-Jahre entstandene S-Bahn-Tunnel zu eng ist, um schweres Gerät einzusetzen, muss er für die Dauer der Arbeiten zwischen Nordbahnhof und Anhalter Bahnhof komplett gesperrt werden.
"Zum einen muss der Tunnel für den S-Bahn-Verkehr aus Sicherheitsgründen gesperrt werden, weil die Abstände zwischen den Gleisen gering sind. Zum anderen, damit die Maschinen- und Materialzufuhr jeweils über das Gleis erfolgen kann, an dem nicht gearbeitet wird", erklärt Projektleiter Ulrich Burkhardt. Nach Abschluss der Arbeiten sollen auch die Leit- und Sicherungstechnik sowie die Stromschienen geprüft werden. Die Kosten für die Sanierung betragen laut Bahn rund 2,1 Millionen Euro.
Bus-Ersatzverkehr und Umfahrungsmöglichkeiten
Zwischen Anhalter Bahnhof und Nordbahnhof hat die Bahn einen Bus-Ersatzverkehr eingerichtet, der die Bahnhöfe Potsdamer Platz, Brandenburger Tor, Friedrichstraße und Oranienburger Straße abdecken wird.
Allerdings können die Bahnhöfe Brandenburger Tor und Oranienburger Straße nicht direkt angefahren werden. Dafür halten die Busse an den BVG-Haltestellen Ebertstraße (in Fahrtrichtung Nordbahnhof) bzw. Behrenstraße/Wilhelmstraße (in Fahrtrichtung Süden) und für den S-Bahnhof Oranienburger Straße am U-Bahnhof Oranienburger Tor. Montags bis freitags fahren die Busse tagsüber im 5-Minutentakt, ansonsten im 10-Minutentakt.
Alternativ können Fahrgäste auf andere Strecken ausweichen und zum Beispiel die Ringbahn nutzen (Linien S41 oder S42 ab Gesundbrunnen bzw. Südkreuz). Auch die Regionalzüge (RE3, RE4, RE5) und die U-Bahnen (U6, U7, U8, U9) helfen weiter.
Wie es bei der Bahn hieß, sei die Tunnel-Sanierung mit den Arbeiten an der U6 abgestimmt worden. Die S-Bahn-Berlin habe bei der BVG längere Züge bestellt, sowohl für die U6 als auch für die U8. Beide Linien fahren ab Freitag bis in die Abendstunden mit jeweils sechs Wagen.




