Nach neuen Fällen in Brandenburg - 250 Menschen werden auf Tuberkulose untersucht
Neun Menschen sind in Ostbrandenburg an Tuberkulose erkrankt - eine Lehreren in Frankfurt (Oder) und acht Asylbewerber in der Aufnahmestelle Eisenhüttenstadt. Um eine Ausbreitung zu verhindern, lassen die Behörden nun in großem Rahmen Personen untersuchen, die Kontakt mit den Erkrankten hatten.
Nach dem Bekanntwerden von Tuberkulose-Erkrankungen in Ostbrandenburg wollen die Gesundheitsbehörden eine weitere Ausbreitung verhindern. Deshalb werden rund 250 Kontaktpersonen der Erkrankten untersucht.
Eine Lehrerin, die an einer Sportschule in Frankfurt (Oder) unterrichtet, sowie acht tschetschenische Asylbewerber in der Zentralen Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt sind mit Tuberkulose infiziert. Bislang gibt es keinen Hinweis auf einen Zusammenhang der Krankheitsfälle.
Asylbewerber dürfen vorerst nicht in andere Unterkünfte
Unter den erkrankten Asylbewerbern in Eisenhüttenstadt sind fünf Kinder. Dort wurde bereits 136 Kontaktpersonen Blut abgenommen, wie ein Sprecher des brandenburgischen Innenministeriums am Donnerstag erklärte. Wann erste Ergebnisse vorliegen, konnte er zunächst nicht sagen. Die Asylbewerber dort dürfen vorerst nicht auf andere Unterkünfte verteilt werden. Bislang gebe es aber keine Hinweise darauf, dass dort weitere Personen erkrankt sind. Das sagte Brandenburgs Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) am Donnerstag in der Aktuellen Stunde des Landtages in Potsdam.
Die erkrankten Flüchtlinge werden derzeit im Tuberkulose-Zentrum in Berlin behandelt. Wie die Leiterin des Zentrums, Gisela Glaser-Paschke, am Donnerstag dem rbb sagte, kämen die Asylbewerber aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Das seien sogenannte Hochprävalenzländer, wo die Tuberkulose sehr viel verbreiteter sei als in Deutschland.
Erneuter Fall von ansteckender Tuberkulose an Schule
Im Fall der betroffenen Lehrerin werden den Angaben zufolge derzeit etwa 15 enge Kontaktpersonen befragt. Von kommender Woche an sollen rund 100 Schüler und Lehrer ihrer Schule Blutproben abgeben, sagte eine Sprecherin des Frankfurter Gesundheitsdezernates am Donnerstag.
Am Mittwoch war bekannt geworden, dass es in Brandenburg erneut Fälle von ansteckender Tuberkulose gibt.
Im Juni war ein 14 Jahre altes Mädchen aus dem Gymnasium in Prenzlau an offener Tuberkulose erkrankt. Danach wurde an der Schule ein weiterer, aber nicht ansteckender TBC-Fall bekannt. Im September teilte die Kreisverwaltung mit, dass die Gefahr einer Tuberkulose-Epidemie gebannt sei.
Anzeichen für einen Anstieg der Fallzahlen gibt es laut Gesundheitsministerium in Potsdam aber nicht. 2013 habe es inklusive der aktuellen Neuerkrankungen 84 Fälle gegeben, der Durchschnitt der letzten fünf Jahre lag bei 90 Fällen.
Tuberkulose wird durch Bakterien ausgelöst. Bei der offenen Variante können Patienten sie mit Husten und Niesen auf andere Menschen übertragen. Auch in Deutschland bleibt die früher Schwindsucht genannte Krankheit ein ernstzunehmendes Problem. Sie lässt sich in der Regel aber mit Antibiotika heilen.


![Tuberkulose Test in einem Labor [Foto: dpa] Tuberkulose Test in einem Labor [Foto: dpa]](/panorama/beitrag/2013/09/Entwarnung-Tuberkulose-Prenzlau/_jcr_content/image.img.jpg/rendition=original/size=320x180.jpg)


